Zur├╝ck zum Reisejahr V

03. - 05.05.2008

Ein neues Reisejahr beginnt fast unbemerkt, so angenehm ruhig l├Ąsst es sich hier leben. Im Garten gr├╝nt und bl├╝ht es ├╝berall, dank Cordulas emsigen Bem├╝hens. Aber auch die Arbeiten an unserer Wohnkabine machen weitere Fortschritte. Gl├╝cklicherweise ist das Baumarkt Angebot hier in Thailand recht gut und vor allem auch noch ganz preiswert. So wird dieses Reisejahr sicher nicht besonders aufregend (von der st├Ąndigen Visa Beschaffung abgesehen), aber gut f├╝r unser Equipment und unsere Reisekasse. Und wir werden Thailand und seine Bewohner die Thais (Thai = frei, urspr├╝nglich war der Name des K├Ânigreichs bis 1949 Siam, der neue Name spielt darauf an, dass dieses Land zu keiner Zeit kolonial Unterworfen war) sicher noch viel besser kennen lernen.

F├╝r weitere Abwechslung sorgt auch ein neuer Besuch. Sonja und Marc sind auf dem Weg von Cambodia nach Malaysia. Mit Marc, auch Deutscher,  hatten wir schon seit geraumer Zeit e-mail Kontakt und es ist  immer besonders interessant, sich dann pers├Ânlich gegen├╝ber zu stehen. Sonja kommt aus ├ľsterreich, hat sich mit Marc in Angkor Wat getroffen und wird ihn bis Kuala Lumpur begleiten.
Die Holzkohle wird zum Gl├╝hen gebracht und das Bier kaltgestellt, denn wie immer gibt es viel zu erz├Ąhlen und an Erfahrungen auszutauschen. Marc hat mit seinem VW Bus auch die traditionelle Route von der T├╝rkei bis Indien genommen und dann nach Malaysia verschifft. Nun machen wir ihn so richtig “heiss” auf Down Under mit unseren Erz├Ąhlungen und da wir ihm nat├╝rlich auch ein paar Tips geben, kommt schon merklich Vorfreude bei ihm auf.

Sonja hilft Cordula beim “B├Ąumchen sch├╝ttel dich” um die vielen losen Fr├╝chte zum Runterfallen zu bewegen. Seit Tagen fallen ununterbrochen reife (aber f├╝r unseren Geschmack nicht genie├čbare) Fr├╝chte runter und ziehen eine Menge Ungeziefer an. Da Cordula den Garten nicht t├Ąglich dreimal fegen will, hofft sie so f├╝r einige Zeit Ruhe zu bekommen.
Heute trifft auch unser neuer Notebook bei uns ein. Eine echte “Mogelpackung”, denn Inhalt und Verpackung stehen in keinem Verh├Ąltnis, aber schlie├člich kommt es ja nur auf den Inhalt des Notebook und nicht auf die Verpackung an. Trotz Besuch kann ich es nicht lassen und muss erstmal einen kurzen Test machen. Bestanden !

Da Marc mit Visa Beschaffung, Verschiffung und der Reinigung des Equipment f├╝r die australische Quarant├Ąne doch ausreichend Besch├Ąftigung in Aussicht hat, kommt nun sein Zeitplan etwas unter Druck. So brechen die Beiden heute wieder auf, um so schnell wie m├Âglich nach KL zu kommen. Nat├╝rlich bleiben wir in Kontakt und hoffen auf ein Wiedersehen irgendwo und irgendwann auf dieser Welt.

09. - 25.05.2008

Diese Tage werden eindeutig vom neuen Notebook bestimmt. Nat├╝rlich passt die Festplatte vom Alten nicht in den Neuen und ein Start von dieser per USB zeigt per Bluescreen schnell an, das hier ganze Arbeit geleistet werden muss. Also Betriebssystem neu aufspielen, alles updaten, Programme neu installieren und Daten ├╝bernehmen. Allein wenn das problemlos abgehen w├╝rde, Arbeit f├╝r einige Tage. Mit Sicherheit tritt dieser Fall nie ein und so werden aus Tagen schnell Wochen. Schlie├člich gibt es zwischendurch auch noch das Eine oder Andere zu tun.

26. - 29.05.2008

Besuch haben wir auch schon wieder, diesmal aber von ganz anderer Art. Ein siamesischer Gekko lebt bei uns. Wir hatten ihn schon des ├Âfteren geh├Ârt - typisch sind vier bis f├╝nf aufeinander folgende Rufe (Geh-koo), welche ihm seinen Namen gegeben haben - aber nun wird ER (denn nur m├Ąnnliche Tiere rufen!) immer zutraulicher und schaut Abends schon mal zum Fenster rein. An seine kleinen Artgenossen (f├╝nf bis zehn Zentimeter), gerne auch im Haus anzutreffen, sind wir ja schon seit l├Ąngerem gewohnt. Der siamesische Gekko wird allerdings gut vierzig Zentimeter gro├č und ist als Hausbewohner sicher nicht so angenehm. Allerdings sind diese Tiere sehr n├╝tzlich, da sie je nach K├Ârpergr├Â├če, kleine oder gro├če Insekten vertilgen.

30.05. - 08.06.2008

"The Mall" ist nicht nur Khorats beliebtes Shopping Center, sondern auch beliebtes Freizeit- und Entertainmentcenter. An der Information kann man die "Mall Prestige Card" f├╝r 100 TBaht (2,00 Euro) , G├╝ltigkeit 1 Jahr, erwerben, um damit in den Department Stores nicht nur 5 % Rabatt, sondern auch freien Eintritt f├╝r 2 Personen f├╝r "Waterland" zu erhalten. Es beherbergt eine wundersch├Âne gro├če Poolanlage, mit einem Pool olympischer Ausma├če und vielen Wasserspielen und Planschbecken f├╝r die Kleinen oder auch Junggebliebenen. W├Ąhrend der normalen Arbeitswoche ist es relativ ruhig und so wird diese Zeit besonders gern von den vielen hier lebenden Ausl├Ąndern - auch f├╝r das eine oder andere Treffen und Schw├Ątzchen - genutzt. Nat├╝rlich rechnet sich diese Ausgabe schnell und Cordula verbindet so Shopping und Fitness gerne miteinander.

Wir haben unseren Zweitpass nach Deutschland f├╝r ein neues, in den kommenden Monaten zu nutzendes Thailand - Touristvisa geschickt und unsere treuen Freunde Vera und Tom helfen uns bei der entsprechenden Abwicklung. Wir vereinbaren den Versand dieser wichtigen Dokumente per FedEX und sind ├╝berrascht, als der FedEx Bote ein weitaus gr├Â├čeres und schwereres Paket, als den erwarteten Umschlag, ├╝berbringt. Die Beiden nutzen die Gelegenheit, um uns noch eine Freude mit ein paar echten deutschen Leckerbissen zu machen. Leider ist der thail├Ąndische Zoll offensichtlich kein Freund derartiger Geschenke und schl├Ągt gnadenlos zu. Es wird ein saftiger Zoll- und Steuerbetrag von insgesamt 2.768,00 TB ( ca. 55,00 ÔéČ ) f├Ąllig, welcher sich lt. nachzulesendem Gesetz nicht nur auf den Wert der Ware, sondern auch auf die Versandkosten berechnet und FedEx ist f├╝r Pakete sicherlich nicht der g├╝nstigste Anbieter. Da jedoch unsere P├Ąsse in diesem Paket sind, k├Ânnen wir die Annahme auch nicht so einfach verweigern und m├╝ssen erstmal l├Âhnen. Vielleicht lohnt ja eine Beschwerde beim Zoll ?  So wird alles in diesem Paket zum "Luxusgut" erkl├Ąrt, z. B. das gute Dosenbrot schon mal als Reserve f├╝r China weggepackt und auch das Verpackungsmaterial, die Leipziger Volkszeitung, glatt gestrichen und alle Artikel und Anzeigen gr├╝ndlich gelesen. Wir danken unseren Freunden trotzdem sehr und freuen uns ├╝ber unsere kleinen "Lebensmittelsch├Ątze", welche in den abgelegenen Gebieten Chinas und der Mongolei vielleicht noch viel wertvoller werden.

10. - 13.06.2008

Eines Abends erwischen wir unseren Dauergast beim Dinner und k├Ânnen uns von seiner N├╝tzlichkeit aus erster Hand ├╝berzeugen. Wie schon berichtet sind die kleineren Exemplare nichts ungew├Âhnliches in asiatischen oder ozeanischen Haushalten. Der siamesische Gekko f├╝hlt sich aber in der N├Ąhe von H├Ąusern (wegen des Insekten anlockenden Lichtes) auch sehr wohl. Im ├ťbrigen nennt sich diese Gegend hier auch Siam, deshalb auch die Spezifizierung in “siamesischer” Gekko. F├╝r so ein Exemplar zahlt der deutsche Tierfreund immerhin schon mal so um die 40 ÔéČ.
Also an uns soll es nicht liegen falls jemand Bedarf hat ! Denn scheu sind diese Tiere (zumindest unserer) keines Falls. Nur der Versand d├╝rfte .... - aber lassen wir das besser.

14. - 15.06.2008

Nun werkle ich seit ein paar Tagen am Dach unserer Kabine. Der dauerplastische Dichtstoff hat stellenweise nach 10 Jahren doch den Geist aufgegeben oder ist bei besonderer Hitze regelrecht davongelaufen. Hier in den warmen Teilen Asiens wirken sich trotz Regenzeit solche Sch├Ąden kaum aus, denn so wie die Feuchtigkeit kommt, wird sie von der Sonne wieder aufgesogen. In den k├Ąlteren Gegenden wird es jedoch zum Problem, vor allem dann, wenn wir wieder Heizen m├╝ssen. Also wird jetzt alles sch├Ân dicht gemacht. Hoffe ich !

Der Tag beginnt mit totalem Stromausfall. Gl├╝cklicherweise k├Ânnen wir unser Kaffeewasser im Wohnmobil auf unserem Gasherd kochen und so muss das Fr├╝hst├╝ck nicht ausfallen. Aber der Tagesrhythmus ist trotzdem gest├Ârt, keine Internet Nachrichten, keine Musik, kein L├╝fterger├Ąusch .....  Jochen zieht sich sofort mit einem Buch auf die k├╝hle, luftige Terrasse zur├╝ck und was mache ich ?
Vor ein paar Tagen habe ich im Khorat-Forum Interessantes zum Thema Grassamen gefunden. Das mit dem gr├╝nen Rasen ist hier in Thailand n├Ąmlich auf Grund der tropischen Witterung und Bodenverh├Ąltnisse nicht so einfach, wie wir es von Deutschland gewohnt sind. Das Gr├╝n wird hier fast ausschlie├člich nur als fertiger Rollrasen verlegt und ein Auss├Ąen oder Nachs├Ąen (f├╝r kahle Stellen wie wir hier ein paar haben) eher unbekannt. Aber offensichtlich haben die anderen hier lebenden Deutschen damit auch ein Problem und so suchen alle nach ein bisschen Grassamen.
Also mache ich mich mit meiner Nachbarin Chamsai auf den Weg in den ca. 25 km entfernten Ort Non Sung und sehen auf unserer Fahrt die ersten Bauern mit den Reispflanzungen beginnen. Wir finden sofort zum beschriebenen Landhandel, der das Kilo Grassamen f├╝r 80 Baht verkauft. Daneben befindet sich ein kleiner Elektroladen, der verschiedene Elektrokabel anbietet, welche schon lange auf meiner Einkaufsliste stehen. Nun so richtig in Einkaufslaune gekommen, verhandeln wir noch verbissen um den Preis f├╝r ein paar h├╝bsche Sarongs und halten am lokalen Pflanzengesch├Ąft. Das Dickblattgew├Ąchs mit dem Namen "Chinesische Mauer" habe ich vorher noch nie gesehen.
Wir w├Ąhlen f├╝r den Heimweg die Strecke ├╝ber Non Thai und fahren so eine richtige kleine Runde. Wie passieren in Non Thai ein wundersch├Ânes neu errichtetes Wat, welches wir aber nicht n├Ąher besuchen, da gerade eine Beerdigungszeremonie stattfindet. Nachdem wir uns nun auf dem HWY 205 wieder in Richtung Khorat befinden, ruft Chamsai pl├Âtzlich stopp und l├Ąsst mich nach rechts in eine kleine Strasse abbiegen. Sie k├Ânne mir noch etwas Interessantes zeigen, das Wat Pa Lak Roi. Schon in der Einfahrt erkenne ich viele bunte, lustige und zum Teil kitschige Plastiken und w├Ąhrend Chamsai die Gelegenheit f├╝r eine kleine buddhistische Zeremonie nutzt, beginne ich einen Rundgang durch das Wat. Und je weiter ich in das Gel├Ąnde vordringe, um so gr├Â├čer wird mein Erstaunen, dann Verwirrung, gar Sprachlosigkeit ! Es beginnt alles mit bunten Darstellungen verschiedener Lebewesen und Formen unserer Welt. Bei den Dinosauriern f├╝hlen sich die Kleinen einer Kindertagesst├Ątte offensichtlich wohl. Ein M├Ânch spricht mich in gutem Englisch an und m├Âchte mir gern alles zeigen. Dabei fordert er mich immer wieder auf, alles zu fotografieren, er ist sichtlich stolz auf das in 10 Jahren Geschaffene und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Er f├╝hrt mich weiter in ein gro├čes Areal, das dem schlechten Lebenswandel der Menschen und dem Tod gewidmet ist, ein wichtiges Thema im Buddhismus. Ich habe das Gef├╝hl in einer Horror Show zu sein, denn die Darstellungen hier zeigen Krieg, Mord, Sexualverbrechen - teilweise sehr detailliert und ├╝berdimensional. Wo bin ich hier noch mal ?? Chamsai erkl├Ąrt mir dann, dass dies alles als " Mittel zum Zweck" f├╝r Belehrung und Aufkl├Ąrung dienen soll.
Beeindruckt von unserer "Landpartie" kommen wir am Nachmittag wieder zu Hause an, der Strom ist auch gerade erst wieder eingetroffen, und wir berichten Jochen ausf├╝hrlich vom Gesehenen.

17. - 22.06.2008

Bevor der Grassamen in den Boden kommt, muss erst einmal der Rasen gem├Ąht werden. Und wenn Cordula so richtig in Schwung ist, geht es auch gleich noch ├╝ber Nachbars Garten - spart viele Gymnastikstunden. Dann wird der Grassamen unter die V├Âgel gebracht. Im zweiten Anlauf klappt es dann besser, nachdem der Boden erst aufgelockert und nach der Aussaat wieder festgetreten wird. Zumindest bekommen so die “Piepm├Ątze” weniger davon ab.
Aber nicht nur zum Arbeiten trifft man die Nachbarn, nein auch bei scharfen Miesmuscheln und Bier und dann wird geratscht. Das scheint ├╝berall auf unserem Planeten so zu sein.

23. - 28.06.2008

Bereits wenige Tage sp├Ąter erscheint das ersten zarte Gr├╝n. Nun hoffen wir, dass es auch noch dichter und kr├Ąftiger wird, um der Sonnenarmut unter den B├Ąumen zu trotzen. Eine weitere Herausforderung f├╝r unser neues Gras, d├╝rfte der viele Regen in den letzten Tagen sein, denn oft steht danach noch stundenlang das Wasser unter den B├Ąumen.
Da wir nun f├╝r einige Tage Khorat verlassen, sind wir sehr gespannt, wie sich das Gr├╝n weiter entwickelt und was wir bei unserer R├╝ckkehr hier vorfinden werden. Diese Tour ist eine gute Gelegenheit den Landy nach seiner Kur zu testen, denn seither sind wir nur in der Stadt mit ihm unterwegs gewesen. Also GPS noch schnell programmieren und dann kann es morgen losgehen.

Ein Visa - Run (so genannte Experten - Bezeichnung wenn man Thailand kurzfristig f├╝r ein neues Visa verlassen muss) wird wieder f├Ąllig und wir verbinden dies gern mit einer kleinen Tour, um Land und Leute kennen zu lernen. Diesmal haben wir uns den kleinen lokalen Grenz├╝bergang Chong Jom im Osten Thailands ausgesucht und wollen die Gegend im L├Ąndereck Thailand - Cambodia - Laos erkunden. Im Internet habe ich das h├╝bsche, f├╝r unsere Tour zentral gelegene Krachang Yai Guest House in der N├Ąhe von Kantharalak gefunden und wir k├Ânnen dort heute Nacht sogar das EM Finale Deutschland - Spanien live sehen.
Jochen hat die Strecke auf kleinen Nebenstrassen per GPS vorbereitet und so fahren wir durch urspr├╝ngliches, l├Ąndliches Thailand. Auf unserer Strecke liegt der Khmer Tempelkomplex Prasat Khao Phanom Rung, welcher zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert in verschiedenen Phasen errichtet wurde und einst spirituelles Zentrum der gesamten Region war. Der Tempel ist den Gottheiten des Hinduismus gewidmet und geriet in den 80er Jahren in internationale Schlagzeilen, als das Relief des liegenden Vishnus illegal in einem Museum in Chicago auftauchte. Die Amerikaner gaben das gestohlene Kunstwerk jedoch schnell wieder zur├╝ck und so k├Ânnen wir es am Originalschauplatz wieder bewundern.
Nur 8 km s├╝dlich von Phanom Rung entfernt, befindet sich die erst in den letzten Jahren restaurierte Tempelanlage Prasat Mueang Tam, welche einen romantisch verschlafenen Eindruck macht und kaum von Touristen besucht wird.
Auf teilweise sehr l├Âchrigen und schmalen Landstrassen, immer entlang der cambodianischen Grenze mit etlichen Kontrollposten der Polizei und Armee, finden wir problemlos am sp├Ąten Nachmittag unser vor gebuchtes Guest House, welches faszinierend in Mitten eines eng bebauten, sehr urspr├╝nglichem thail├Ąndischem Dorf steht.
Leider m├╝ssen wir uns nochmals aufraffen und zum Abendessen in das Nahe Kantharalak fahren, werden dort aber mit einer ausgefallenen Speisekarte ( Wildschwein, Schildkr├Âte, V├Âgel, roher Garnelensalat usw. ) und guter Isaan K├╝che belohnt.

Die Niederlage unserer deutschen Fu├čball - Elf in den fr├╝hen Morgenstunden muss erst noch verkraftet werden, am besten bei ausreichendem Schlaf. W├Ąhrend Jochen sich nur langsam erholt, streife ich schon mal neugierig eine Runde durch das Dorf. Die Dorfbewohner schenken mir ihr strahlendes L├Ącheln und gestatten mir, sie bei ihren t├Ąglichen Arbeiten zu beobachten. Meine ganze Neugier erwacht, als ich Quitte gelbe Seidenkokons sehe. Aber was machen die Frauen hier damit ? In einem kleinen Topf ├╝ber offenem Feuer werden immer eine Handvoll Kokons gekocht und mit einer Art Holzgabel wird der Faden herausgezogen. Wie vor hundert Jahren wird hier so auf einfache traditionelle Art in Heimarbeit von den Frauen Rohseide gewonnen. In anderen H├Âfen kann ich beobachten, wie diese aufgespult oder sogar verwebt wird. Das Kochen der Seidenkokons ist offensichtlich aber auch ein kulinarischer H├Âhepunkt, denn die ├╝brig gebliebenen gekochten Engerlinge werden gleich an Ort und Stelle verzehrt. Eine Kostprobe lehne ich dann aber doch dankend ab und nehme f├╝r Jochen nur eine Handvoll getrockneter Seidenkokons als Souvenir mit.
Am Nachmittag fahren wir nach Khun Han zum Tempel ‘Of Millions Bottels’. Wir haben einige M├╝he den Tempel zu finden, denn alle Schilder sind nur in thail├Ąndischer Sprache, ausl├Ąndische Touristen werden auch hier kaum erwartet oder haben zumindest eine thail├Ąndische Frau dabei. Der gesamte Tempel mit den dazugeh├Ârigen Geb├Ąuden wurde aus Flaschen und M├Ârtel erbaut, Bildmosaike aus Kroner und Verschlusskappen. Wir m├╝ssen einmal mehr feststellen: Die thail├Ąndischen Wat und ihre Bewohner sind wirklich kreativ und bedienen offensichtlich alle Glaubensrichtungen und Bev├Âlkerungsgruppen, wohl auch die der Trinker.

Eigentlich wollten wir von hier aus den im Grenzgebiet von Thailand und Cambodia liegenden Khmer Tempelkomplex Khao Phra Viharn besuchen, welcher 1963 vom Weltgerichtshof Cambodia zugesprochen wurde, jedoch nur von Thailand aus zug├Ąnglich ist. Denn dieser Tempelkomplex wurde auf einen 600 m hohen Felsen erbaut, der zur cambodianischen Seite senkrecht als Cliff abf├Ąllt und somit jeden Zugang unm├Âglich macht. Thailand setzt auf diese Touristen Attraktion, welche f├╝r diese Region sehr wichtig ist, und investiert entsprechend in die Infrastruktur. Nun hat Cambodia Antrag bei der UNESCO zur Aufnahme in die Weltkulturerbe Liste gestellt, welcher Mitte Juli entschieden werden soll. Dies f├╝hrte zu einem neuen Streit beider L├Ąnder um diese wertvolle Tempelanlage und dem dazugeh├Ârigen Grund und Boden, der sich im Moment zu einem internationalen Konflikt mit weltweiter Berichterstattung ausweitet. Leidtragende sind die Bewohner der Grenzregion, bei denen neuer gegenseitiger Hass gesch├╝rt wird und die Touristen, denen der Zutritt im Moment nicht gew├Ąhrt wird. Na vielleicht wendet sich ja alles noch zum Guten solange wir in Thailand sind und wir k├Ânnen sp├Ąter noch einmal einen Versuch starten.
So fahren wir entlang der cambodianischen Grenze weiter gen Osten bis in das so genannte Emerald Dreieck, wo sich die Grenzen der drei L├Ąnder Thailand - Cambodia - Laos ber├╝hren. Ein Au├čenposten des Milit├Ąrs versperrt jedoch die letzten Kilometer bis zum tats├Ąchlichen Punkt, aber die Gegend dort ist landschaftlich wirklich sehr sch├Ân. Die kleinen Landstrassen geh├Âren hier ganz und gar den Wasserb├╝ffeln und die machen nur ungern und z├Âgerlich Platz. Den wohl eher bekannten Grenz├╝bergang Chong Mek nach Pakxe in Laos lassen wir buchst├Ąblich rechts liegen ( werden wir vielleicht bei der letzten Ausreise mit allem Equipment benutzen), und fahren noch etwas weiter n├Ârdlich bis Khong Chiam. Hier vereinen sich die Fl├╝sse Mun und Mekong zum "zweifarbigen Fluss", f├╝r die Thais eine Attraktion. Landschaftlich sieht das Flussdelta ja sehr h├╝bsch aus, die unterschiedlichen Farben k├Ânnen wir aber auch unter gr├Â├čter M├╝he nicht erkennen, f├╝r uns ist das ein und die gleiche braune Br├╝he. Vielleicht ein falscher Zeitpunkt f├╝r diese Attraktion ?
Weitere 20 km n├Ârdlich befindet sich der Eingang zum Pa Taem Nationalpark. F├╝r Ausl├Ąnder kostet der Eintritt wie ├╝blich 200 Baht pro Person, unter Aufgebot all meiner ├ťberzeugungskraft mach ich dem Kontrollposten jedoch wieder einmal erfolgreich klar, das wir nur den Eintrittspreis f├╝r Thail├Ąnder in H├Âhe von 40 Baht bezahlen.
Was uns nun erwartet, war die weite Anreise wirklich wert und noch bevor wir aus dem Auto steigen, wissen wir, dass wir zu wenig Zeit f├╝r diesen sch├Ânen NP haben, denn es ist schon sp├Ąter Nachmittag. Die gesamte Anlage erinnert uns an einen gutgef├╝hrten NP in Australien, mit Campingpl├Ątzen, Rangerstationen, gut ausgeschilderten Wegen und Attraktionen. Der Ausblick ├╝ber den Mekong bis weit nach Laos ist wirklich atemberaubend sch├Ân und wir k├Ânnen uns kaum davon l├Âsen. Ein gut ausgebauter Weg f├╝hrt zu angeblich 3.000 Jahre alten Felsmalereien. Waren da Erinnerungen an Australien ? Na wenigstens ├╝bertreiben die Thais nicht so bei den Jahresangaben, die Aussies h├Ąngen da schnell mal noch eine Null dran.
Nun aber auf schnellstem und direktestem Weg zur├╝ck in unser noch mindestens 200 km entfernten Guest House. Leider sieht das unser Landy ganz anders und beschert uns noch eine Reifenpanne. Eine kleine Reisegruppe medizinischen Personals aus Bangkok, welche mit uns im NP war, stoppt und unterst├╝tzt uns - mehr moralisch und erstaunt, das wir alles im Griff haben.  P├╝nktlich zum Abendessen sitzen wir wieder im Restaurant in Kantharalak, nach einem sch├Ânen, erlebnisreichen Tag.

Bevor wir heute zur Grenze fahren, m├╝ssen wir noch unser Reifenproblem l├Âsen, denn ohne Reserverad in diesen abgelegenen Gebieten zu fahren, w├Ąre doch eine Dummheit. Der Landy braucht ja eigentlich einen kompletten neuen Satz Reifen, aber daf├╝r ist Khorat wohl ein besserer Ausgangspunkt. Also kaufen wir nach einigem Hin und Her einen gut Gebrauchten als "Heimbringer" und machen uns auf zum Grenz├╝bergang Chong Jom ( O`Smach auf der cambodianischen Seite genannt), um unser neues Visa f├╝r Thailand "abstempeln" zu lassen. Dieser kleine Grenz├╝bergang ist bei Touristen eher weniger bekannt und wird haupts├Ąchlich von den in der Umgebung lebenden Ausl├Ąndern f├╝r den notwendigen Visa - Run oder von spiels├╝chtigen Thail├Ąndern genutzt, denn diese Grenzstation hat zwei Besonderheiten.
Erstens: Ausl├Ąnder m├╝ssen hier nicht, wie an den anderen Grenz├╝berg├Ąngen sonst ├╝blich, mindestens 24 Stunden -  also 1 ├ťbernachtung - im Nachbarland verweilen, sondern k├Ânnen nach Kauf des cambodianischen Visas (1.100 Baht / 1 Monat G├╝ltigkeit) gegen eine weitere Geb├╝hr von 300 Baht sofort wieder ausreisen.
Zweitens: Nur wenige Schritte direkt hinter dem Grenzposten befinden sich  zwei riesige Spielkasinos, zu denen an Feiertagen und Wochenenden ganze Busladungen spielw├╝tiger Thais herangefahren werden.
Ansonsten hat die cambodianische Seite hier - einst Hochburg der Roten Khmer und Tummelplatz vieler krimineller Elemente - touristisch nicht viel zu bieten und die Strasse in das eigentlich nur 150 km entfernte Angkor Wat ist in so schlechtem Zustand, dass die Faht dorthin 6 - 8 Stunden im Gel├Ąndewagen in Anspruch nehmen soll.
Wir parken also unser Auto auf thail├Ąndischer Grenzseite, spazieren zur Passkontrolle und sind sofort von bettelnden Kindern und Hilfsfreiwilligen umzingelt. Auf der cambodianischen Seite f├╝llen wir unseren Visa Antrag aus und reichen diesen mit unserem zweiten Reisepass ein, da sich in diesem bereits unser neues Thailand Tourist - Visa befindet. Damit beginnt ein stundenlanger Grenzaufenthalt. Der sehr gut englisch sprechende Visa Officer bl├Ąttert nun durch unseren Reisepass und sucht verzweifelt nach dem thail├Ąndischen Ausreisestempel, welcher sich aber im anderen Pass befindet. Wir sind behilflich und kl├Ąren ihn ├╝ber unsere zwei Reisep├Ąsse und den dazugeh├Ârigen deutschen Gesetzen auf. Da ihm ein solcher Fall aber offensichtlich noch nie untergekommen ist, bleibt er skeptisch und untersucht unsere RP immer wieder augenscheinlich auf deren Echtheit. Nach einer Weile erkl├Ąrt er uns, das wir sein Visa und die dazugeh├Ârigen Stempel nur in den RP erhalten k├Ânnen, in welchem sich der thail├Ąndische Ausreisestempel befindet. Unseren gew├╝nschten Reisepass - Wechsel m├╝ssten wir auf thail├Ąndischer Seite kl├Ąren. Zu schnell, wie sich sp├Ąter rausstellt, stimmen wir zu. Bevor wir wieder ausreisen, bummeln wir noch in das cambodianische Grenzdorf und schauen kurz in eins der gut besuchten Kasinos.
Wieder beim thail├Ąndischen Grenzposten legen wir nun unseren zweiten RP mit dem g├╝ltigen Visa vor. Schon fast mit dem Stempeln beginnend, f├Ąllt ihm ein, dass er ja zuerst den cambodianischen Ausreisestempel kontrollieren muss und eben beschriebenes Prozedere beginnt von vorn. Auch die Thais hatten noch keinen solchen Fall, lassen sich aber erstmal die grunds├Ątzliche Richtigkeit unserer Aussagen von der deutschen Botschaft in Bangkok best├Ątigen. Kurz und gut, es gelingt uns in weiteren 3 Stunden harter ├ťberzeugungsarbeit und kr├Ąftiger Argumente auf beiden Grenzseiten nicht, die entsprechenden Stempel in unseren Zweitpass zu bekommen. Jede Seite beharrt auf die Vorschrift, das der Einreisestempel dort zu setzen ist, wo sich der Ausreisestempel des vorherigen Landes befindet und somit wird der Passwechsel unm├Âglich. F├╝r heute geben wir uns mit einem einfachen kostenlosen 30 - Tage Visa der Thais zufrieden, denn wir erkennen das alle Beteiligten bereits das sprichw├Ârtliche "Gesicht verloren" haben und ihre Position nicht mehr ├Ąndern k├Ânnen. Gl├╝cklicherweise ist unser Tourist - Visa ja noch einige Monate g├╝ltig, so probieren wir es einfach in 30 Tagen noch einmal.

Der Morgen birgt eine ├ťberraschung. Die als Souvenir gedachten Seidenkokons haben sich in sehr unansehnliche graue Falter mit dicken Rumpf und kurzen Stummelfl├╝geln verwandelt. Also nichts mit Reiseandenken, stattdessen treten sie den Weg alles irdischen an. Schade.
Wir packen unsere Taschen und d├╝sen mit dem Landy Richtung Khorat. In Anbetracht der etwas desolaten Reifen “d├╝sen” wir nicht ganz so schnell und es bleibt Zeit f├╝r ein paar Bilder vom Strassenrand. Hier in Thailand gibt es wirklich noch richtige Arbeitselefanten, auch wenn diese immer mehr von st├Ąhlernen Kollegen - Pickup gerufen - abgel├Âst werden. Gef├Ąhrlich f├╝r den Strassenverkehr scheinen mir Beide zu sein.
Unser Quartier finden wir unver├Ąndert vor, der Rasen ist gewachsen und ausreichend Niederschl├Ąge hat es offensichtlich auch gegeben.

04. - 10.07.2008

Wir beschlie├čen unserem Landy nun doch schon neuen “Gummi” zu g├Ânnen. Zwar k├Ânnte man mit den hinteren “Schlappen” durchaus noch ein paar Kilometer machen, aber vorn h├Ątten wir dann sehr ungleiche Reifen auf der Achse, was uns die Lenkung bereits mit heftigen “Sch├╝tteln”, vor allem bei Unebenheiten in Kurven, auf unangenehme Weise demonstriert hat.
Wir finden schnell einen H├Ąndler und auch die richtigen Reifen. Auch ├╝ber den Preis (welcher sich zu D nicht wesentlich unterscheidet) werden wir uns einig, allerdings mit kleinen Missverst├Ąndnissen. Meiner Forderung, das im Preis die neuen Schl├Ąuche enthalten sein m├╝ssen, stimmt der H├Ąndler rasch zu, was mich da schon etwas wundert, denn ich hatte mit mehr Feilschen gerechnet. Als die Reifen dann ohne Schlauch auf meine “with Tube” Stahlfelgen aufgezogen werden sollen, protestiere ich und das Missverst├Ąndnis wird bald klar. Unter “Tube” versteht der H├Ąndler die Ventileins├Ątze f├╝r schlauchlose Reifen und nicht wie ich den Schlauch. Also beginnt der Handel erst jetzt. Bei der H├Ąlfte werden wir uns einig und ich bekomme noch ein spezielles Auswuchtverfahren f├╝r meine Vorderachse. Beide Vorderr├Ąder werden nach der Montage direkt an der Achse ausgewuchtet, was eventuelle Unwuchten der Radaufh├Ąngung und der Bremsen einschlie├čt. Bis zur hoffentlich weit in der Zukunft liegenden n├Ąchsten Reifenmontage eine sch├Âne Sache.
Da wir einmal am Geld “ausgeben”  sind, leisten wir uns noch ein neues Radio f├╝r die Kabine. Das Alte hatte ja schon in Australien den Geist aufgegeben, ein Reparaturversuch dort scheiterte und h├Ątte zu weiteren Versuchen nach D (Becker) geschickt werden m├╝ssen. In Anbetracht der Kosten und des eventuell erhoben Zolls, sowie der geringen Erfolgsaussicht hatten wir das Ger├Ąt dann doch lieber entsorgt.

11. - 17.07.2008

Fr├╝her oder sp├Ąter braucht alles etwas Pflege, so auch die Reste unserer Klimaanlage auf der Kabine. Eigentlich ist es ja nur noch ein (Heiz)L├╝fter, nachdem ich in Australien bereits W├Ąrmetauscher und Kompressor entsorgt hatte. Nun m├╝ssen noch einige ├╝berz├Ąhlige und schwere Metallteile weichen. Bei dieser Gelegenheit bekommt der Motor des L├╝fters noch eine Inspektion, bei der ich besonders auf den Zustand der Kohleb├╝rsten gespannt bin, die ich ja in Malaysia gewechselt hatte. Dank des h├Âheren Kupferanteils weisen sie nur geringen Abrieb auf, allerdings k├Ânnte es sein, dass nun der Stromabnehmer mehr leidet. Die Zeit wird es zeigen !
Ansonsten packe ich den Rest der Klimaanlage, gr├╝ndlich erleichtert und gereinigt wieder aufs Dach und bem├╝he mich, alles ordentlich dicht zu bekommen. Da hier in Thailand Caravan und Zubeh├Âr wirklich ├╝berhaupt kein Thema sind, kommt ein Umbau auf bel├╝ftetes Dachfenster nicht in Frage, da alle Teile dazu teuer importiert werden m├╝ssten. Es wird auch noch einige Zeit so gehen, zumal wir ja auch bald wieder in k├╝hlere Gegenden kommen werden.

Heute ist der erste Tag der allj├Ąhrlichen dreimonatigen buddhistischen Fastenzeit "Khao Phansa". Es ist eigentlich keine  Fastenzeit im Sinne wie wir sie kennen, sondern mit Beginn der endg├╝ltigen Regenzeit beginnt f├╝r die M├Ânche eine dreimonatige Meditationszeit in ihren Tempeln, welche sie w├Ąhrend dieser Zeit auch nicht verlassen sollten. Diese Zeit wird besonders gern von jungen buddhistischen M├Ąnnern genutzt, um der alten Regel, wenigstens 3 Monate seines Lebens im M├Ânchsstand zu verbringen, gerecht zu werden.
Die Gl├Ąubigen spenden den Tempeln teilweise bis zu 2 m hohe Kerzen, welche w├Ąhrend der gesamten Regenzeit brennen. Aus dieser Tradition heraus entstanden offensichtlich die nun immer mehr beliebten Festumz├╝ge mit riesigen Figuren aus Kerzenwachs. Thailands bekanntester Festumzug findet in Ubon Ratchathani statt und hat sich bereits zu einem einw├Âchigen Festival mit internationalem Wettkampf in der Wachsfiguren - Schnitzerei entwickelt.
Aber auch hier in Khorat findet heute ein solcher Umzug statt und wir lassen uns dieses farbenfrohe Spektakel nicht entgehen. Die Wachsfiguren sind wirklich von gigantischen Ausma├čen und oft m├╝ssen die Stromleitungen von vielen Helfern mit langen Bambusstangen zus├Ątzlich hochgehalten werden. Zwischen den einzelnen Umzugswagen bewegen sich verschiedene tanzende Gruppen in bunter traditioneller Kleidung. Humoristisch, wie auch vom deutschen Karneval bekannt, werden Politik und Alltagsprobleme dargestellt. Beeindruckend f├╝r uns ist immer wieder die lautstarke musikalische Unterst├╝tzung auf dem Handwagen. Das reicht von einfachem Kassettenrekorder bis zur kompletten Live - Band samt Schlagzeug, Verst├Ąrker und Stromgenerator ! Die alten traditionellen Kost├╝me sind wundersch├Ân anzusehen und es ist oft schwer zu beurteilen, welchem Geschlecht der oder die Tr├Ągerin zugeh├Ârig ist. Nach 3 Stunden ist der Umzug an uns vor├╝ber, aber lange noch nicht vorbei. Nun befindet er sich in der Strasse, wo wir unser Auto geparkt haben und so nutzen wir die Zeit f├╝r ein erfrischendes Eis und einem Rundgang durch die vielen Marktst├Ąnde. Nur wenige Stunden sp├Ąter beginnt die Regenzeit mit kr├Ąftigen Schauern, p├╝nktlich, wie auf Knopfdruck.

Und h├Ąlt auch unvermindert an. Die Buddhisten scheinen wirklich einen hei├čen Draht zu ihrem Guru zu haben. Hoffentlich h├Ârt der Regen gelegentlich auch mal wieder auf. Thail├Ąnder erkl├Ąren das Klima hier so:
“ Im August beginnt die gro├če Regenzeit im Norden. Die Regenf├Ąlle sind jetzt  h├Ąufiger und intensiver, aber k├Ânnen wohl falsch eingesch├Ątzt werden. Ende  August erreichen die schwereren Regenf├Ąlle Zentralthailand. Ende September ist  der meiste Regen schon wieder aus Zentral- und Nordthailand verschwunden. Im  S├╝den regnet es im August auch regelm├Ą├čig. Im S├╝dwesten f├Ąllt der meiste Regen  im Oktober, wenn der S├╝dwest - Monsun sich r├╝hrt. Also nicht die beste Zeit, um nach Phuket, Krabi oder den Raya - Paradiesinseln zu fahren. Anfang November ist  das Meiste davon wieder vorbei. Im November kriegt aber der S├╝dost - Monsun Lust  los zu legen. Ko Samui und Umgebung kriegen dann eine volle Breitseite. Im  Dezember ist es ├╝berall ├╝berwiegend sonnig.“
Ganz sch├Ân kompliziert, oder ? Na mal sehen ob das so stimmt.

20. - 30.07.2008

Die Tage vergehen mit viel Regen und  einigem Sonnenschein. Die einzige Aufregung, der wieder bevorstehende “Visa Run”. Wir haben einstimmig beschlossen, es an der selben Stelle noch mal zu probieren. Dort kennt man unser Anliegen ja bereits und so ist es mit etwas Gl├╝ck eher m├Âglich, die Stempel auf die richtige Seite zu bekommen. Wir haben auch geh├Ârt, dass bei den Thais der alte Pass, bei der Ausstellung eines Neuen, nicht eingezogen, sondern an den Alten “getackert” wird. Das kann ich auch !

So vorbereitet, treten wir unseren Tagesausflug nach “O`S(ch)mach” trotzdem mit etwas gemischten Gef├╝hlen an. Das Schlimmste was passieren kann, ist, wir bekommen einen Stempel in den Pass, der besagt, dass wir f├╝r weitere 180 Tage nicht erw├╝nscht sind.
An der thail├Ąndischen Seite der Grenze angekommen, verzichtet der HiWi, der uns sofort wieder erkennt, diesmal darauf uns zu begleiten. Er hatte beim letzten Mal schon nach drei Stunden aufgegeben. Wir sind dar├╝ber auch gar nicht b├Âse, schlie├člich kennen wir die Prozedur. Die thail├Ąndische Passkontrolle verl├Ąuft v├Âllig problemlos und es f├Ąllt kein Wort zu unserem “getackerten Doppelpass”. Auf cambodianischer Seite gehen wir direkt zum Visa Schalter, wo heute ein anderer Officer Dienst schiebt. Auch hier keine Bemerkung zu unseren geklammerten Reisep├Ąssen, aber er sucht nach der Seite mit dem letzten Ausreisestempel von Thailand, um sein Visa auf die n├Ąchste freie Seite zu kleben. Wir intervenieren nat├╝rlich und verweisen auf die Seiten, wo unser neues Thailandvisa eingestempelt ist. Umgehend beginnt die alte Diskussion und wir verlangen nach dem Dienststellenleiter. Nach einigem hin und her wird dieser telefonisch gerufen und als er nach einer halben Stunde auftaucht, erkennen wir uns auch gegenseitig gleich wieder, mit ihm hatten wir schon letztes Mal zu tun. Er hatte damals unser Problem auch erkannt, nur war da das Visa schon im falschen Pass. Wir k├Ânnen nun beobachten, wie er offensichtlich seinem Kollegen erkl├Ąrt, das in dem einen Pass nicht mehr gen├╝gend Platz f├╝r das Visa ist. Geschickt ├╝berbl├Ąttert er dabei stets die noch freien Seiten. Und dann bekommen wir zu unserer Erleichterung das neue Visa direkt neben unser Thailandvisa geklebt.
Schnurstracks gehen wir zur gegen├╝berliegenden Passkontrolle und erledigen Ein- und Ausreise gegen die ├╝bliche Geb├╝hr in einem Atemzug. Auch hier erhalten wir nun die so wichtigen Stempel genau im richtigen Pass. Auf dem Weg zur thail├Ąndischen Seite nehme ich nun unsere “Doppelpacks” wieder auseinander. Dort angekommen legen wir  unseren Reisepass mit dem thail├Ąndischen “Double Entry” Visa und den cambodianischen Ein- und Ausreisestempel vor und siehe da, kein Kommentar. Wir reisen v├Âllig problemlos wieder in Thailand ein. Die gro├čen Steine h├Âren nur wir zu Boden purzeln. Geschafft !
Auf dem R├╝ckweg halten wir noch beim Chong Jom “Border Market”, der in allen touristischen F├╝hrern angepriesen wird. Mitten in der Woche und dann noch zur Mittagszeit, macht der Markt einen recht verschlafenen Eindruck. Das Angebot rei├čt uns wirklich nicht vom Hocker und selbst Cordula, eine begeisterte Besucherin einheimischer M├Ąrkte, hat schon nach zwanzig Minuten keinen Bedarf mehr.

01. - 10.08.2008

Nach dieser Aufregung, beginnen wieder ruhigere Tage. Cordula lernt eine neue Methode des Strickens von Chamsai und wir beginnen mit der Suche nach einem neuen Generator in Khorats Innenstadt. Beim Alten hatte sich ja die Wicklung verabschiedet und eine Reparatur scheint wenig Sinn zu machen.
Das Angebot spaltet sich in zwei Kategorien. Zum Einen Honda ‘Made in China’ und zum Anderen in ‘No Name’ Produkte aus China. Das ├äu├čere ist fast identisch, der Preis f├╝r vergleichbare Leistungsparameter reicht von 25.000 bis 7.000 Baht. Irgendwie tendiere ich zu den ‘No Name’ Produkten. Der Aufbau und die Verarbeitung gleicht der der Honda Ger├Ąte wirklich so sehr, dass man getrost von “ gut gekupfert ” ausgehen kann und kaputt geht letztlich alles irgendwann. Was die Garantievorteile der Markenware angeht, ist das Einfordern solcher Leistungen in 99 % der F├Ąlle f├╝r uns auf Reisen sowieso nie m├Âglich. Dar├╝ber hinaus sprechen Zweidrittel Ersparnis auch noch f├╝r sich. Bisher haben wir uns allerdings nur umgeschaut, der Kauf hat noch etwas Zeit.

11. - 21.08.2008

Auch wenn Thailand eine hervorragende K├╝che aufweist, k├Ânnen wir unser kulturelles Erbe nicht verleugnen und genie├čen immer wieder unsere selbst gekochten deutschen Gerichte. Allerdings ist es auf der "Durchreise" von fremden L├Ąndern und Kulturen nicht immer einfach, entsprechend gewohnte Grundnahrungsmittel oder Zutaten zu finden. Bestes und bekanntestes Beispiel daf├╝r ist wohl unser geliebtes deutsches dunkles Brot !
Jetzt, da wir aber etwas mehr Zeit an einem festen Ort verbringen, sind wir auf Entdeckungsreise zwischen den Verkaufsregalen der Superm├Ąrkte hier in Khorat gegangen und haben Erstaunliches auf den Tisch gebracht.
Als g├╝nstigste Einkaufsquelle f├╝r uns am N├Ąchsten gelegen befindet sich der MAKRO Markt, der bekannten METRO - Gruppe zugeh├Ârig. Das Konzept ist auch identisch, dieser Markt dient vorzugsweise den kleinen H├Ąndlern und Restaurants als Einkaufsquelle und so bestimmt hier eher "Masse statt Klasse" das Angebot. Auch wer keinen Mitgliedsausweis hat, kann hier problemlos einkaufen. Beim Kundenservice wird einfach auf einem kleinen Papier eine Tagesnummer vermerkt, welche dann beim Kassierer vorgelegt wird. Alles, was wir an gr├Â├čeren Mengen verbrauchen oder lange haltbar ist, wie z.B. Wasser, Bier, UHT-Milch, ├ľl, Chips, Toilettenpapier, Zahncreme, etc. kaufen wir hier ein. Im K├╝hlregal finden sich aber auch echte Leckerbissen, wie die beste Bockwurst, Bratwurst oder sogar saure Sahne !  Auf  das Angebot lokaler Spezialit├Ąten wie Schildkr├Âten, V├Âgel oder Fr├Âsche  - tiefgefroren oder frisch ausgenommen - haben wir bisher jedoch verzichtet.
In jeder mittelgro├čen Stadt in Thailand befindet sich mindestens ein TESCO Supermarkt, wohl die bekannteste Supermarktkette des Landes und im ├ťbrigen ein guter Ort, wenn man sich mit jemandem in einer fremden Stadt treffen will. Dort findet jeder hin, es gibt ausreichend Parkfl├Ąchen und Restaurants, falls man auf seine Verabredung warten muss. TESCO ist aus vorgenannten Gr├╝nden die bevorzugte Einkaufsquelle auf unseren Reisen durch Thailand, wir finden dort alles Notwendige ├╝bersichtlich zu vern├╝nftigen Preisen und Sonderangebote sind meistens auch in Englisch ausgeschildert. Ausserdem findet man hier auch immer einen Pharmazie Stand, der u.a. auch frei verk├Ąufliche Antibiotika anbietet.
In Khorat bei den Thais weiterhin sehr beliebt sind in der Innenstadt das Klang Plaza und BigC, an den Wochenenden tobt hier wirklich der B├Ąr. Das hohe Verkehrsaufkommen und die Parkm├Âglichkeiten rund um das Klang Plaza schrecken uns jedoch immer wieder und bei BigC sollte Farang besser in Thai sprechender Begleitung sein, um all die m├Âglicherweise guten Sonderangebote auch verstehen zu k├Ânnen.
So tragen wir einen Teil unserer Ersparnisse in den "delikaten" Fresh-Mart der Mall. Mittlerweile sollen bereits ├╝ber 6.300 Ausl├Ąnder allein im Distrikt Khorat leben, Tendenz steigend ! Dieses Kundenklientel ist nat├╝rlich eine starke Macht und so wird es immer selbstverst├Ąndlicher, in den Regalen Sauerkraut, Rotkohl, Klo├čmehl, Spagetti und Co., Salzstangen, Harribo, Ritter Sport und im K├╝hlregal neben der Salami weitere 20 Sorten Aufschnitt und K├Ąse zu finden - selbstverst├Ąndlich alles zu saftigen Preisen ! Da versteht es sich auch, dass diese Leckereien nicht das t├Ąglich Brot sind und somit nur zum Ausgleich von Entzugserscheinungen  oder zu Fest- und Feiertagen auf den Tisch kommen. Aber immerhin bieten sich diese M├Âglichkeiten und das macht das Leben doch sehr angenehm. Und wie rasant sich M├Âglichkeiten hier entwickeln, haben wir am Beispiel Brot im letzten halben Jahr selber miterleben k├Ânnen. Als wir in Khorat eintraffen, haben wir uns sehr ├╝ber das frische Vollkornbrot bei Sunroyal in der Mall gefreut. Inzwischen ist dort t├Ąglich ein exzellentes, lang haltendes, frisches Sauerteigbrot ( sogar eine kleine Priese K├╝mmel wurde nicht vergessen), Knoblauchbrot und frische Br├Âtchen erh├Ąltlich. In Tonis Restaurant kann man frisches dunkles Mehrkornbrot vom B├Ąckermeister Dirk erwerben und laut H├Âren-Sagen bekommt man das Mittwochs und Freitags sogar bis an den Pool der Mall geliefert. Ob wir wohl an Weihnachten mit Lebkuchen und Stollen rechnen k├Ânnen ?  Das w├Ąre ein Leben wie Buddha in Thailand !

22. - 31.08.2008

Unseren Tagesrhythmus bestimmt nun eindeutig das Wetter. Am Vormittag haben wir meistens viel Sonnenschein und so sollten alle anfallenden Au├čenarbeiten, Reparaturen oder  das W├Ąschewaschen bis gegen zwei Uhr erledigt sein. Dann verdunkelt sich der Himmel und das allt├Ągliche Donnerwetter beschert uns zum Teil heftige Regenf├Ąlle. Das ist die beste Zeit f├╝r Arbeiten und Recherchen am Computer, f├╝r ein Buch oder aber Cordula probiert unter Chamsais Anleitung neue Handarbeiten aus.
Zwischendurch streikt eines Morgens das erste Mal unsere Internet Verbindung und wir geben an den Betreiber TOT eine St├Ârungsmeldung weiter. Die reagieren auch wirklich prompt und innerhalb k├╝rzester Zeit ist die Verbindung wieder vollst├Ąndig hergestellt. Auch am darauf folgenden Morgen klingelt uns das TOT Serviceteam aus dem Bett und erkundigt sich schon mal h├Âflich, ob auch unser Internet funktioniert und wir somit einen guten Start in den Tag h├Ątten.
Cordula feiert ihren “5. Geburtstag” auf unserer Reise und hat sich einen echten Kindergeburtstag gew├╝nscht. Gleich nach dem Fr├╝hst├╝ck packen wir deshalb unsere Fahrr├Ąder auf die Ladefl├Ąche des Landys und fahren in den 20 km s├╝dlich von Khorat liegenden Zoo. Diese Anlage wurde erst 1998 auf 218 Hektar fertig gestellt und in s├Ąmtlichen Medien wegen der gro├čz├╝gig und nat├╝rlich angelegten Gehege als einer der Modernsten in Asien gepriesen. Die meisten der hier lebenden Bewohner stammen aus Afrika. Der Eintritt kostet f├╝r uns als Ausl├Ąnder 100 Baht pro Person und f├╝r das Fahrzeug m├╝ssen nochmals 50 Baht Parkgeb├╝hr bezahlt werden.  Mit unseren eigenen Fahrr├Ądern ( es k├Ânnen im Zoo auch Fahrr├Ąder gemietet werden oder man benutzt eine kleine Bahn, um die Entfernungen der einzelnen Attraktionen zu ├╝berwinden)  durchradeln wir die riesige Anlage und freuen uns ├╝ber die frei umherlaufenden Rehe. Obwohl Wochenende ist, macht die Anlage aber eher einen verschlafenen Eindruck und viele Tiere bekommen wir gar nicht zu Gesicht. Auch scheint es ein ├ťberangebot bei der Gattung der Antilopen zu geben. Eindeutiger Besuchermagnet sind die Giraffen und gegen kleines Entgelt k├Ânnen Bananen erworben werden, um diese zu f├╝ttern. Das macht dann auch allen Spass, ob Gross oder Klein ! H├╝bsch angelegt ist ein kleiner See, um den man etliche komfortable Bungalows f├╝r ├ťbernachtungen gruppiert hat und auch ein Campingplatz und Seminargeb├Ąude wurden nicht vergessen.
Nach drei sch├Ânen erholsamen Stunden wird es uns aber langsam doch zu heiss und wir k├╝hlen uns bei einer gro├čen Geburtstagsportion Eiskrem ab.

01. - 09.09.2008

In Bangkok weiten sich die seit Monaten anhaltenden politischen Unruhen mit Demonstrationen der Regierungsgegner aus und unsere Nachbarin Chamsai verfolgt nun Tag und Nacht die Situation an Radio und Fernsehen. Wir m├╝ssen uns mit den Internet Informationen begn├╝gen und die Headlines der internationalen Medien sind haarstr├Ąubend. “ Thailand versinkt im Chaos “ oder “ Thailand droht blutiger Herbst “ sind nat├╝rlich Schlagzeilen die den normalen sonnenhungrigen Touristen ├Ąngstigen m├╝ssen, weil man mit derartiger Wortwahl das Gef├╝hl vermittelt bekommt, in ein echtes Krisengebiet zu reisen. Die Wahrheit ist jedoch, das sich diese Unruhen auf Bangkok, und hier haupts├Ąchlich auf das Regierungsviertel, und auf kurzfristig bestreikte lokale Flugpl├Ątze wie Phuket und Hatyai begrenzen. Also nicht ganz Thailand versinkt im Chaos, denn hier in Khorat ist von alldem Nichts zu sp├╝ren und das Leben geht seinen gewohnten Gang.
So halten wir es dann auch und widmen uns unseren kleineren und gr├Â├čeren Aufgaben. W├Ąhrend Cordula neben ihren Handarbeiten die Regenzeit nutzt, um Dank des aufgeweichten Bodens “Herrin“ ├╝ber das Unkraut zu werden, beginne ich mit der Erneuerung unserer Armaturen zur ├ťberwachung des Energiehaushaltes in unserer Kabine. Einfach ausgedr├╝ckt, es haben diverse teure “Multi-Anzeige” Ger├Ąte den Geist aufgegeben und werden nun durch einfache, aber bew├Ąhrte Volt- und Amperemeter ersetzt.
Gewitter und Regen bringen uns am Nachmittag dann wieder an unseren Laptop zurueck und wir beginnen mit erneuter Recherche zu China  und holen Angebote bei einschl├Ągig bekannten Agenturen f├╝r unsere geplante China Reise ein.

10. - 12.09.2008

Es regnet Tag und Nacht und gro├čer Katzenjammer stellt sich ein. Ein kleines, d├╝nnes schwarzes K├Ątzchen beginnt unsere Herzen und schlie├člich auch St├╝ck f├╝r St├╝ck das Haus zu erobern. Da wir uns nicht sicher sein k├Ânnen, ob uns nun in Gestalt dieses K├Ątzchens vielleicht eine Reinkarnation eines Verwandten oder sogar der Hausgeist pers├Ânlich beehrt (mit dem wollen wir es uns auf keinen Fall verderben !) sind wir gastfreundlich und gew├Ąhren eine trockene Unterkunft und Nahrung. An Milch gew├Âhnt sich auch eine thail├Ąndische Katze schnell, Kuchen ist sehr lecker, bei Fisch ist Katze w├Ąhlerisch und Gefl├╝gelleber, ob roh oder gebraten, findet sie einfach ekelhaft und sch├╝ttelt sich angewidert. Etwas ├╝berrascht von dieser N├Ârgelei beim Futter (bekamen nicht fr├╝her unsere Dorfkatzen zu Hause immer die Mittagsreste ?) probieren wir spezielles Katzenfutter aus der Dose und siehe da, das N├Ąpfchen ist blitz blank geleckt und es wird nach mehr geschrien. Etwas belustigt bleibt f├╝r uns nur festzustellen:  Katzen w├╝rden Whiskas kaufen !

13. - 27.09.2008

Noch vor dem Aufstehen klingelt das Telefon und erneuter Besuch eines Overlanders k├╝ndigt sich an und ist schon auf dem Weg zu uns. Da es aber trotz GPS Koordinaten f├╝r die meisten Besucher schwierig ist, uns in dieser Siedlung zu finden, bekommen wir eine kleine Schonzeit, um uns und das Haus auf den Besuch einzustellen.
Monique und Eugen aus der Schweiz reisen in einem UNIMOG Wohnmobil seit eineinhalb Jahren von Europa nach S├╝dostasien und  schon w├Ąhrend ihrer Vorbereitungsphase hatten wir  einigen e-mail Kontakt. Nun lernen wir uns endlich pers├Ânlich kennen und nat├╝rlich bieten solche Treffen eine gute Gelegenheit, um Reiseerfahrungen und lustigen Erlebnisse auszutauschen. Besonders interessant f├╝r uns ist, das die Beiden wiederum ein holl├Ąndisches Paar kennen, welches ebenfalls eine China Querung im n├Ąchsten Fr├╝hjahr anstrebt. So bringen wir alle bisher gesammelten Infos zusammen und versuchen einen gemeinsamen Nenner f├╝r die Strecke und die geplante Reisedauer zu finden. Dies bedeutet einige Tage intensives Studium von Kartenmaterial und der Eingabe eines GPS Track, weitere Angebotsabfragen und Internet Recherchen, denn wir alle wissen, dass eine gemeinsame Reise von gro├čem, besonders finanziellem Vorteil w├Ąre.
Neben all den Computer- , Putz- und Flickarbeiten muss nat├╝rlich Leib und Seele mit gutem Essen zusammengehalten werden. Wir zeigen EuMo die tollen Einkaufsm├Âglichkeiten hier in Khorat und gestalten so unser Dinner abwechslungsreich mit eigenen Kochk├╝nsten und Ausfl├╝gen in thail├Ąndische Restaurants. Bei dieser Gelegenheit probieren wir ein bis dahin auch f├╝r uns unbekanntes neues Restaurant hier im Joho Gebiet aus und landen so im Sataporn Restaurant. Hier gibt es f├╝r nur 99 Baht ein typisch asiatisches BBQ Buffet Dinner ( in speziellen T├Âpfen und Aufs├Ątzen wird rohes Fleisch, Fisch und Gem├╝se direkt am Tisch vom Gast selber zubereitet, ├Ąhnlich dem hei├čen Stein oder Fondue ) aber auch Steaks, Salat und Pommes sind erh├Ąltlich. Und w├Ąhrend der Gast selber kocht, unterh├Ąlt die Chefin des Hauses alle mit Karaoke Songs. Es schmeckt uns allen vorz├╝glich und wir werden sehr aufmerksam betreut, und als der deutsche Hausherr von einer Gesch├Ąftsreise aus Bangkok zur├╝ckkehrt und uns eben so freundlich begr├╝├čt, m├╝ssen wir erstaunt feststellen, das wir uns bereits vor 4 Jahren hier in Joho kennen gelernt haben. Man trifft sich eben doch immer 2 x im Leben, oder ? Uwe l├Ądt uns ein und ├╝bernimmt die Rechnung auf sein Haus und wir k├Ânnen nur f├╝r einen sch├Ânen Abend danken.
Das EuMoMobil reist mit seiner Crew weiter Richtung Chang Mai und wir vereinbaren ein weiteres Treffen auch mit den anderen China Interessenten f├╝r Anfang Dezember. Dann soll die Planung nach Abstimmung mit allen Beteiligten abgeschlossen, alle n├Âtigen Dokumente erstellt und der Agent beauftragt werden.
Wir sind nun wieder mit unserer Katze allein, welche uns stolz mal einen Vogel oder auch eine Maus nach Hause bringt und daf├╝r auch noch gelobt werden muss, dass macht Cordula allerdings nicht sehr gl├╝cklich. Die Zahl der hier im Haus lebenden Gekkos hat ebenfalls drastisch abgenommen, die haben die Gefahr erkannt und das Weite gesucht.
Die restlichen Tage bis zu unserem erneuten Visa Run vergehen mit der weiteren China Tour Recherche und mit der Vorbereitung unserer Backpacker Reise nach Angkor Wat in Cambodia. Reisestories von Backpackern im Internet berichten detailliert ├╝ber die Korruption bei den Visa Geb├╝hren, die schlechten Strassenverh├Ąltnissen  und Verkehrsverbindungen zwischen der thail├Ąndischen Grenze und Siam Reap und der alles beherrschenden Taxi Mafia. Vorsorglich buchen wir deshalb schon ein Guesthouse mit einem Taxi Arrangement im voraus, die Instruktionen f├╝r unseren Grenz├╝bertritt und den Transport in der e-mail Best├Ątigung lesen sich allerdings etwas be├Ąngstigend und wir sind sehr gespannt, was uns wohl erwartet. Unser Cambodia Visa beantragen wir ebenfalls f├╝r 25,00 US$ im Voraus ├╝ber das Internet und k├Ânnen es nach 3 Tagen Bearbeitungszeit selber am PC ausdrucken. Das erspart uns nicht nur das Anstehen am Visa Schalter in Cambodia und Diskussionen um die tats├Ąchlichen Geb├╝hren, sondern auch eine Seite in unserem Reisepass, da kein Visa Label eingeklebt wird.

P├╝nktlich um 9.00 Uhr startet unser Bus zur Grenzstadt Aranyaprathet, dem wohl gr├Â├čten und bekanntesten Grenz├╝bergang zwischen Thailand und Cambodia auf dem Landweg. Die vierst├╝ndige Busfahrt im klimatisierten Reisebus kostet ca. 5,00 Euro pro Person, nach 2 Stunden ist eine kurze Raucherpause oder Toilettenbesuch m├Âglich, das Bordpersonal serviert Mineralwasser und Kekse und thail├Ąndische Schlagermusik lullt den Fahrgast immer wieder in den Schlaf. Insgesamt ein sehr angenehmer Transport, jedenfalls bei Tag, denn leider gibt es auch immer wieder Busunf├Ąlle mit vielen Verletzten und Toten, wegen ├ťberm├╝dung der Fahrer und ├╝berh├Âhten Geschwindigkeiten, besonders bei Nachtfahrten.
Der Bus f├Ąhrt direkt bis zum Immigration Checkpoint und wir verlassen wieder einmal Thailand mit dem gewohnten Stempelprozedere. Mit dem im Reisepass deutlich sichtbaren Visa Ausdruck f├╝r Cambodia werden wir von den Bel├Ąstigungen der sonst ├╝blichen “Hilfsfreiwilligen” verschont und laufen ├╝ber eine kleine Br├╝cke, vorbei an riesigen Spielkasinos zum Cambodia Immigration Checkpoint. Nun beginnt das vom Guesthouse beschriebene Arrangement und wir werden bereits am Visa Schalter erwartet, welchen wir aber Dank unseres e-Visas gleich wieder verlassen k├Ânnen, und so bringt uns der Mittelsmann sofort weiter in die kleine, unscheinbare Arrival Halle. Modernste Kameratechnik wird unsere Ankunft digital speichern und verarbeiten, das Stempelprozedere bleibt aber trotzdem unvermeidlich.
Schwei├čgebadet in der gl├╝henden Mittagshitze schleppt uns der Mittelsmann einige Meter weiter zu einer Bushaltestelle und w├Ąhrend wir warten, was wohl nun passiert, werfen wir einen ersten Blick auf die cambodianische Grenzstadt Poipet. Drastischer kann eine Grenze wohl wieder mal nicht sein und Erinnerungen aus unserem ersten Reisejahr werden geweckt. Da werden gro├če Lastenkarren von Hand gezogen, die Strasse ist unbefestigt, l├Âchrig und staubig, Strassenverkehrsregeln gibt es hier nicht mehr, daf├╝r wieder lautes Hupen und ├╝berall soviel Schmutz ! Willkommen in Cambodia !
Der “Zubringerbus” schaukelt uns durch viele L├Âcher einen Kilometer weiter ins Stadtzentrum und unser Mittelsmann bringt uns durch eine schmutzige Seitengasse zu dem bereits auf uns wartenden Taxi. Der Taxitransport ist im Moment die einzige sinnvolle Landverbindung  f├╝r Backpacker zwischen der thail├Ąndischen Grenze und Siam Reap, da die ca. 160 km lange Strasse seit Jahren im Bau ist und die Busverbindungen entsprechend strapazi├Âs und gef├Ąhrlich sind. Daraus hat sich das staatliche Taxiunternehmen entwickelt, welches mit mafiosen Methoden Markt und Preise f├╝r diese Strecke beherrscht und keinerlei Konkurrenz zu l├Ąsst. So kostet derzeit eine solche Taxifahrt zwischen 60,00 und 75,00 US$ f├╝r bis zu 4 Personen und dauert je nach Wetterbedingungen zwischen 3 und 5 Stunden. Bei einer entsprechenden Vorbestellung in einem Guesthouse kostet uns dies “nur“ 50 US$, wir k├Ânnen jedoch keine weiteren Passagiere spontan zur Teilung der Kosten mitnehmen, da dies eine “Strafzahlung” bei der Taxi Mafia zu Folge h├Ątte. Ehrlich gesagt sind die 50,00 US$ im klimatisierten Toyota Camry f├╝r unsere nun folgende 3,5 st├╝ndige Fahrt ihren Preis  wirklich wert. Die bisher nur aufgesch├╝ttete, bis auf wenige Kilometer unbefestigte Strasse ist in einem grauenvollem Zustand, die Br├╝cken sind alle noch nicht fertig gestellt und m├╝ssen durch Umleitungen erfahren werden, links und rechts der Strasse gibt es  ├ťberschwemmungen soweit das Auge reicht, so dass auch die K├╝he die Strasse benutzen m├╝ssen und zu allem ├ťberfluss beginnt es dann auch noch heftig zu regnen. Der Fahrer hat also wirklich einiges zu kurbeln und wir sind froh, heil und unversehrt nach einem langen Reisetag im Two Dragon Gusthouse einzuchecken, wo uns das Doppelzimmer 15,00 US$ pro Nacht kosten wird. Am├╝siert nehmen wir die Belehrungen in unserm Zimmer zu Kenntnis, dass neben Drogen und Waffen, auch der Besitz von nuklearen Sprengk├Âpfen verboten ist !

Ausgeschlafen und gut gefr├╝hst├╝ckt wollen wir gleich heute mit der Besichtigung der Tempelanlage von Angkor beginnen. Angkor Wat ist das gr├Â├čte sakrale Geb├Ąude der Welt und stellt den Mittelpunkt der Tempelanlagen von Angkor dar. Die Tempel umfassen eine Fl├Ąche von 238 qkm und wurden w├Ąhrend dem achten und dreizehnten Jahrhundert erbaut. Rund um den Zentraltempel Angkor Wat lebten im dreizehnten Jahrhundert ca. 1,5 Mio. Menschen. Angkor Wat stellte damit die gr├Â├čte Stadt der Erde dar. Begr├╝ndet wurde dies durch die Entwicklung eines genial durchdachten Bew├Ąsserungssystems, das anstelle der ├╝blichen zwei, bis zu vier Reisernten pro Jahr erm├Âglichte. Aus noch unbekannten Gr├╝nden brach dieses Bew├Ąsserungssystem im vierzehnten Jahrhundert zusammen, was zum Untergang des K├Ânigreiches von Angkor f├╝hrte.
Angkor Wat wurde mit Ausnahme von wenigen, dort ├╝ber die Jahrhunderte verbleibender M├Ânche verlassen und versank im Dschungel. Erst 1860 wurde es durch einen franz├Âsischen Naturkundler wiederentdeckt.
Da die Ruinen teilweise mehrere Kilometer weit auseinander liegen, haben wir uns ein TukTuk samt Fahrer f├╝r einen ganzen Tag zum Preis von 15,00 US $ gemietet
Im ├ťbrigen ist der US Dollar hier in Cambodia defacto W├Ąhrung und alles wird  entsprechend in US$ angegeben und abgerechnet. Anfangs irritiert uns dies etwas, da wir die jeweils lokale W├Ąhrung bevorzugen und mit dieser meistens auch g├╝nstiger bezahlen. Da hier aber mit einem festen, staatlich  verordneten Umrechnungskurs (1 US$  =  4.100 Riel) gerechnet wird, entf├Ąllt das Gefeilsche und die kleineren Kursbetr├╝gereien, denn betrogen sind wir dadurch ja auch schon genug, schlie├člich liegt der tats├Ąchliche Kurs bei derzeit rund 1 zu 6.000 ! So akzeptieren wir gezwungener Ma├čen den Dollar als Zahlungsmittel und an den Visa Cash - Automaten werden dem Ausl├Ąnder sowieso nur US$ angeboten und ausgezahlt.
Der Tagespass samt Passbild f├╝r die Besichtigungen kostet uns weitere 20,00 US$ pro Person und wird offensichtlich nur bei "Langnasen" kontrolliert. Auf der Fahrt bemerken wir bereits ein hohes lokales Verkehrsaufkommen mit vielen festlich gekleideten Familien, die ebenfalls auf dem Weg zu den Heiligt├╝mern, ausger├╝stet mit Lotusblumen, Kerzen und den typischen, mehrst├Âckigen Essencontainern sind. Haben wir etwa wieder einmal einen Feiertag erwischt ??
Offensichtlich, denn wie wir schnell erfahren, wird w├Ąhrend der letzten Septemberwoche, am Ende der Regenzeit,  Pchum Ben, das Fest der Verstorbenen gefeiert. Dies ist ein wichtiges buddhistisches Fest, bei dem die Toten geehrt werden und man selbst um die Errettung der eigenen Seele bittet. Vor der Feier m├╝ssen die Teilnehmer sieben Wat - Dienste erf├╝llen, um ihre Vorfahren wohlgesonnen zu stimmen. Dazu geh├Âren Gottesdienste in sieben Heiligt├╝mern (Wat) oder sieben gute Taten. Entsprechend voll sind die Tempel deshalb heute Morgen, aber eben nicht mit den ├╝blichen Touristenmassen, sondern mit h├╝bsch gekleideten Khmers, der mit 90 % gr├Â├čten ethnischen Bev├Âlkerungsgruppe Kambodschas.
W├Ąhrend unserer Tour besichtigen wir die "Must see" , also die wichtigsten Ruinen, wie Angkor Wat, Angkor Thom, Bayon, Baphuon, Ta Prohm, Terrace of the Elephants und passieren w├Ąhrend der Fahrt noch viele weitere kleinere Ruinen. An dieser Stelle werden wir nun nicht Internet oder Reisef├╝hrer zur detaillierten Geschichte oder religi├Âsen Hintergr├╝nden der einzelnen Tempel abschreiben, denn es gibt wirklich ausreichend gute und ausf├╝hrlichere Publikationen f├╝r alle Interessenten an diesem Weltkulturerbe.
F├╝r uns am Beeindruckendsten waren Bayon mit seinen riesigen Steingesichtern und die Ruine Ta Prohm, welche teilweise noch vom Dschungel ├╝berwachsen ist, was genau unseren Vorstellungen entsprach. Interessanter Weise hat uns der ber├╝hmte Zentraltempel von Angkor Wat selber mit seinen pyramidenartigen T├╝rmen nicht mehr in all zu gro├čes Staunen versetzt, da wir bereits die kleineren verwandten Anlagen, wie Phimai oder Phanom Rung in Thailand gesehen hatten. Au├čerdem st├Âren die Menschenmassen und Touristenstr├Âme dort  jeglichen Moment der inneren Besinnlichkeit und Betrachtung dieses Wunders.
Der an diesem Tag nicht vorhandene Sonnenuntergang, der Angkor Wat seinen besonderen Glanz geben soll, beschert uns ein versp├Ątetes Picknick bei " Chez Sophea & Matthieu ", wo wir uns mit gutem deutschen Weissbier, Baguette und franz├Âsischer G├Ąnseleberpastete verw├Âhnen und so unsere Seele baumeln lassen.

An unserem zweiten Tag in Siam Reap schauen wir uns die Stadt und das t├Ągliche Leben der Kambodschaner etwas genauer an. Wir bummeln in das nahe gelegene Stadtzentrum mit seinen M├Ąrkten und alten Kolonialbauten. Nat├╝rlich schauen wir auch mal etwas genauer auf die Preise und empfinden alles etwas teurer als in Thailand.
Am Abend besuchen wir eine der zahlreich angepriesenen  “Apsara  Dance” Shows mit Dinner Buffet. Eigentlich wird traditioneller klassischer Tanz dargeboten, der viele Gemeinsamkeiten mit klassischem Tanz in Thailand und Laos aufweist. Die Darstellung  des religi├Âsen Mythos der aus Indien eingeb├╝rgerten Apsara - Saga ist nur ein Tempeltanz von vielen, allerdings mit Angkor Wat stark verbunden.
W├Ąhrend der Erschaffung der Tempel von Angkor erlebte der kambodschanische Tempeltanz seine erste Bl├╝tezeit und wurde seitdem von Generation zu Generation m├╝ndlich oder durch Darstellungen in den Tempeln weitergelehrt. Alleine im Tempel Angkor Wat befinden sich rund 1600 Sandstein Reliefs von Apsara  T├Ąnzerinnen. In den folgenden Jahrhunderten diente der Tempeltanz ausschlie├člich zur Unterhaltung der k├Âniglichen Familie. Unter dem heute wieder amtierenden K├Ânig Norodom Sihanouk erlebte der Tempeltanz zwischen 1954 und 1970 seine zweite Bl├╝tezeit mit der Gr├╝ndung der K├Âniglichen Akademie f├╝r sch├Âne K├╝nste und zahlreiche Welttourneen folgten. In den Zeiten der roten Khmer war dieser Tanz als zu aristokratisch verboten und viele T├Ąnzer fl├╝chteten in den Untergrund oder ins Ausland, um nicht get├Âtet zu werden.
Die Kleidung der T├Ąnzerinnen wird handgefertigt und blieb in den vergangenen Jahrhunderten unver├Ąndert. Zur Darstellung des religi├Âsen Charakters werden Perlen in Form von Lotusbl├╝ten und Bl├Ąttern gestickt. Die Kost├╝me werden alle in einer einheitlichen Gr├Â├če gefertigt und jeweils vor dem Auftritt an die K├Ârpergr├Â├če der T├Ąnzerin angepasst. Das Anziehen und Anpassen der Kleidung ben├Âtigt 2-3 Stunden vor jedem Auftritt. Ein Tanz dauert zwischen zehn und drei├čig Minuten und das Studium eines einzigen Tanzes dauert je nach Komplexit├Ąt zwischen sechs und 12 Monaten, bis zu 3000 verschiedene Gesten werden von den T├Ąnzern erlernt.
Leider finden wir die Show f├╝r uns viel zu kurz und zwischendurch m├╝ssen wir uns ja auch noch um unser Essen k├╝mmern. Mit dem letzten Verneigen der T├Ąnzerinnen kommt auch schon die Rechnung und so packen wir schnell die halbe Flasche Rotwein ein, bevor man beginnt die St├╝hle hoch zustellen.

01. - 04.10.2008

Unsere R├╝ckfahrt nach Thailand verl├Ąuft wie die schon beschriebene Anreise. Wieder begeben wir uns per Taxi auf eine 3,5 st├╝ndige Fahrt zur Grenze, allerdings kostet die R├╝ckfahrt nur noch 35,00 US $.  Staub und Schlamm wechseln sich auf der Piste ab, Bauern sind mit ihrer Ernte oder auch einem Schwein auf dem Weg zum Markt und auf dem Schulhof stellen sich die Sch├╝ler zum Fahnenappell auf. Auch Postkarteneindr├╝cke mit auf Wasserb├╝ffeln reitenden Kindern im Reisfeld fehlen nicht. Zum Ende der Fahrt auf den wenigen geteerten Kilometern wird unser Fahrer offensichtlich nicht mehr genug gefordert und im R├╝ckspiegel beobachten wir leicht angespannt, wie ihm immer ├Âfter die Augen vor M├╝digkeit zu fallen. Nun macht der Spruch am Taxifenster auch irgendwie Sinn, denn er schreibt dort : “ Willkommen in Kambodscha ! Ich bete f├╝r ihre Gesundheit ! “ Als er verk├╝ndet, dass es nur noch 10 km bis Poi Pet sind, hoffen wir, dass seine Gebete immer erh├Ârt werden und wir heil und gesund dort ankommen.
Schnell und problemlos ist die Grenzabwicklung auf beiden Seiten und mit einem echten Speed TukTuk erreichen wir p├╝nktlich im 6 Kilometer entfernten Aranyaprathet den Mittagsbus zur├╝ck nach Khorat. Unser kleiner schwarzer Hausgeist, zwischenzeitlich von unserer Nachbarin gut versorgt, erwartet uns schon sehns├╝chtig zur├╝ck.
Wir sind kaum in unserem "Heim auf Zeit" zur├╝ck, da melden sich die beiden Overlander Monique und Eugen auch wieder bei uns. Sie haben unsere R├╝ckkehr schon sehns├╝chtig erwartet, denn seit einigen Tagen campen sie schon am Sataporn Restaurant in Joho. Etwas zerm├╝rbt von alln├Ąchtlicher lautstarker Karaoke Musik erbitten sie noch einmal Quartier in unserem doch viel ruhigeren Viertel. Einem Umzug steht nat├╝rlich nichts im Wege und so erfahren wir, dass sie ein ernsthaftes Reifen Problem f├╝r ihren Unimog haben und dringend Ersatz ben├Âtigen. Dieser ist auch schon bei der thail├Ąndischen Armee gefunden, wird aber erst in zwei Wochen in  Ayutthaya verf├╝gbar sein. Bis dahin m├Âchten die Beiden die Zeit bei uns verbringen, um den noch verbliebenen Gummi an ihrem Auto zu schonen. Zwischendurch wollen sie die Zeit nutzen und einen Ausflug als Backpacker nach Bangkok unternehmen.

05. - 13.10.2008

Krisenmeldungen geh├Âren nun zum Tagesthema.
Die von vielen Beobachtern schon lange erwartete Finanzmarktkrise ersch├╝ttert die Welt -  dennoch v├Âllig ├╝berraschend ! Und so wird auch uns Langzeitreisenden, die doch haupts├Ąchlich von ihren Ersparnissen und Pensionen leben, bei all den Horrormeldungen ├╝ber Bankenzusammenbr├╝che und gesperrten Konten ganz bange, von den enormen Verlusten durch Wertanlagen und W├Ąhrungsumtauschkursen ganz abgesehen. Viele Langzeitreisende werden in den n├Ąchsten Monaten und Jahren wohl die eine oder andere ├änderung ihrer Reisepl├Ąne aus finanziellen Gr├╝nden vornehmen m├╝ssen, da entsprechende Kalkulationen nicht mehr umzusetzen sind.
Eugen & Monique haben ihre kleine Reise nach Bangkok vorbereitet, Unterk├╝nfte sind auch schon gebucht und bezahlt, da beginnen gerade jetzt die politischen Unruhen in Bangkok  mit heftigen Demonstrationen und unter Einsatz von Tr├Ąnengas erneut. Von Verletzen und sogar Todesopfern wird berichtet. Nat├╝rlich sind die Beiden deswegen etwas nerv├Âs und treten ihre Reise mit gemischten Gef├╝hlen an.
Wir nutzen die Abwesenheit der Beiden, um uns wieder einigen Arbeiten an der Wohnkabine zu widmen. Wegen den Ver├Ąnderungen an der Elektrik in der Kabine, musste auch der K├╝hlschrank ausgebaut werden. Bevor dieser wieder eingebaut werden kann, wollen wir den schon seit Australien defekten Dichtungsgummi ersetzen lassen. Daf├╝r bringen wir die T├╝r in einen der vielen Workshops, aber nach einigem Hin- und Her erscheint der uns schon bekannte Mechaniker samt Team bei uns zu Hause. Zu Dritt mit etwas kochendem Wasser, Kleber und F├Ân wird der Dichtungsgummi wieder repariert. Offensichtlich selber nicht ganz von seiner Arbeit ├╝berzeugt, verzichtet er jedoch grossz├╝gig auf die Entlohnung. Wir sind gespannt, ob diese Reparatur ├╝ber die Zeit Erfolg haben wird und bauen den K├╝hlschrank erstmal wieder ein.
Neben den grossen Kriesen sind da noch die kleinen Krisen des Alltags zu bew├Ąltigen. Mit dem Ende der Regenzeit ver├Ąndert sich nun auch wieder die Wetterlage und heftige Gewitterst├╝rme aus Ost - Nordost sind die Vorboten des kommenden "Winters". Leider f├╝hren diese Gewitter zu einigen kleineren ├ťberschwemmungen in unserem K├╝chentrakt.
Sogar unser kleiner Hausgeist hat seine pers├Ânliche Krise, denn kleine S├╝nden bestraft der liebe Gott - oder hier wohl eher Buddha - bekanntlich sofort und Gr├Âssere erst nach 9 Monaten, in ihrem Fall nach 9 Wochen! Mit t├Ąglichem Katzen-Schwangerschafts-Yoga erleichtern wir ihr und uns diese Zeit (am├╝santer Weise liebt sie dieses Ritual und himmelt Jochen daf├╝r an !).

14. - 18.10.2008

Das Eumo-Team kehrt aus Bangkok unversehrt zur├╝ck und nat├╝rlich gibt es viel zu berichten. Bevor sie ihre Reise zur Reifenreparatur nach Ayutthaya fortsetzen, verbringen wir noch einige gemeinsame vergn├╝gliche Tage bei gutem Essen und viel Bier. Allerdings wird den Beiden der Reisespass schon wieder verdorben, da Thailand und Cambodia in der Auseinandersetzung um den Tempel Khao Phra Viharn  (siehe Tagebucheintrag vom 01.07.2008) nun gegenseitig mit Kriegserkl├Ąrungen drohen. Im Grenzgebiet kam es zwischen den Armeeposten zu Schusswechseln und Toten. Damit wird unsere Chance, diesen Tempel doch noch zu besuchen, immer geringer und Eugen & Monique bef├╝rchten Probleme, bei ihrem in K├╝rze geplanten Besuch von Angkor Watt in Cambodia.
Da wir von Eugens Vorliebe f├╝r Feuerholz wissen, bitten wir ihn um seine professionelle Unterst├╝tzung beim Auss├Ągen einiger B├Ąume. Wenn hier in Thailand etwas noch schneller w├Ąchst als Unkraut, dann wohl Mangob├Ąume. Und wo wir schon einmal dabei sind, helfen wir auch gern bei unserer allein stehenden Nachbarin Chamsai weiter. Die w├╝nscht sich n├Ąmlich etwas mehr "Styling" an ihrem zuvor etwas ruppig abges├Ągten Baum.
Wir haben eine Motorradtour zum Khao Yai NP in den n├Ąchsten Tagen geplant und wollen die Bikes entsprechend vorbereiten. Bei einer Probefahrt muss Jochen allerdings feststellen, das bei der Bet├Ątigung der Fussbremse das Motorrad ausgeht und ein erneuter Start nur unter M├╝hen wieder m├Âglich ist. Nach erstem Eindruck und einigen Tests scheint das eine etwas trickreiche Angelegenheit zu werden und Arbeit f├╝r einige Tage.

19. - 30.10.2008

Unsere Geburtstags - Motorrad - Runde f├Ąllt sprichw├Ârtlich ins Wasser. Obwohl die Regenzeit nun offiziell vorbei sein sollte, werden wir noch bis zum Ende des Monats  mit vielen heftigen Gewittern und Regeng├╝ssen ├╝berrascht. "Ungew├Âhnlich, noch mal so viel Regen!" wird uns von unseren einheimischen Nachbarn immer wieder best├Ątigt. Na dann gibt es eben eine kleine gem├╝tliche Geburtstagsfeier f├╝r Jochen im "Kreis der Familie" und viel Schokolade hebt bekanntlich den Serotoninspiegel, also die gute Laune. Der Blumengruss zum Geburtstag w├Ąchst daf├╝r im Garten um so pr├Ąchtiger und f├╝r das "Festessen" bringt uns ein weiterer freundlicher Nachbar 2 kg B├╝ffelfleisch aus einer Notschlachtung vorbei. Davon wird ein grosser Topf kr├Ąftig gew├╝rztes Gulasch gekocht und wir sind selber erstaunt, wie weich das Fleisch wird, allerdings ist der Geschmack etwas streng, ├Ąhnlich dem Geschmack von Wildfleisch.
Der Fehler am Motorrad wird tats├Ąchlich erst nach einigen Tagen aufw├Ąndiger Fehlersuche gefunden. Letztendlich sind es nur die korrodierten Kontakte im Notausschalter. Beim Starten des Motors werden diese Kontakte ├╝berbr├╝ckt und die Maschine springt problemlos an. Danach l├Ąuft die gesamte Z├╝ndspannung ausschliesslich ├╝ber eben diesen Notausschalter, welcher ja im Notfall bet├Ątigt, den Motor zum Stillstand bringen soll. Leider haben die Leute von BMW sinnigerweise auch das Bremslicht an diesen Stromkreislauf geklemmt. So wird, beim Bet├Ątigen der Bremse, die durch die Korrosion an den Kontakten bereits herabgesetzte Spannung soweit herunter gesetzt, dass es f├╝r die Z├╝ndung nicht mehr reicht und der Motor bleibt stehen. Bei erneutem Starten der Maschine springt der Motor zwar wieder an, sobald der Starter aber losgelassen wird, ist wieder Schluss mit lustig. Nach etlichen Startversuchen kommt wieder ausreichend Spannung ├╝ber die korrodierten Kontakte, bis die Bremse das n├Ąchste Mal bedient wird und die Gummikuh wieder am Strassenrand steht. Erschwerend kam hinzu, dass der Mikroschalter an der Handbremse auch nicht so recht wollte und dadurch das Problem scheinbar nur beim Bet├Ątigen der Hinterradbremse auftrat. Gl├╝cklicherweise hatte ich jeden Anfall von Arbeitswut unterdr├╝ckt und nicht gleich den ganzen Kabelbaum rausgerissen. Na ja, man lernt eben nie aus !
Das Projekt neue St├╝tzenversteifung wird in Angriff genommen. Beim letzten Entladen des Containers in KL gab das Material der St├╝tzenverstrebung an der Kabine aufgrund der starken Belastung nach und wir konnten nur im letzten Moment einen kleinen "Zusammenbruch" verhindern. Nachdem bereits eine Werkstatt den Auftrag mangels Materials abgelehnt hat, begeben wir uns mit Hilfe unserer dolmetschenden Nachbarin Chamsai noch mal auf die Suche nach einer geeigneten Firma. Und wir werden bei K.T.M. STEEL Co.,Ltd nicht nur schnell f├╝ndig, sondern auch noch positiv ├╝berrascht. Erwartet man aus vielerlei Erfahrungen in Asien doch immer noch eine gewisse Einfachheit oder gar R├╝ckst├Ąndigkeit, werden wir in diesem Unternehmen vom Gegenteil ├╝berzeugt. Von einem technischen Zeichner werden hier unsere Vorstellungen und kleinen Bleistiftzeichnungen in ein CAD Programm professionell ├╝bernommen und wir k├Ânnen gleichzeitig an einem grossen Flachbildschirm Schritt f├╝r Schritt der dreidimensionalen Entstehung unseres Projektes beiwohnen. Eventuelle Missverst├Ąndnisse k├Ânnen sofort korrigiert werden und die einige Tage sp├Ąter speziell angefertigten Metallteile werden genau unseren Vorstellungen entsprechen und vor allem auch passen.

31.10. - 04.11.2008

Ein unbebautes, allerdings mit mannshohem Unkraut bewachsenes Nachbargrundst├╝ck wird von den umliegenden Nachbarn, also auch uns, grossz├╝gig als "Kompostanlage" benutzt. Das heisst, alle Gartenabf├Ąlle, wie Unkraut, Laub oder auch der Baumbeschnitt wird dort entsorgt. Manchmal fragen wir uns dabei schon, wer sich so etwas in D gefallen lassen w├╝rde, aber man bescheinigt uns, dass es in Ordnung w├Ąre. Nun wird dieses Grundst├╝ck vom Eigent├╝mer seit einigen Tagen unter Mithilfe eines armen Tagel├Âhners gereinigt und wir vermuten, dass wohl mit der Bebauung des Grundst├╝cks begonnen wird. Aber statt Bagger und Raupen rollen Pickups voll mit Zelten, St├╝hlen und Tischen an und ein gesch├Ąftiger Aufbau beginnt. Und statt einer Kostenrechnung f├╝r die Reinigung des Grundst├╝cks erhalten wir eine Einladung zum bevorstehenden Strassenfest dieses wohlhabenden Nachbars. F├╝r die zu erwartenden 200 G├Ąste werden die Tische  bis an unsere Haust├╝r aufgestellt und mit dem Schlimmsten rechnend, beobachten wir den Aufbau einer grossen B├╝hne mit riesigen Musikboxen direkt an unser Schlafzimmer angrenzend.
Das Eumo-Team ruft an und bittet ausgerechnet f├╝r diese Nacht um einen erneuten Stellplatz, der aber eigentlich gerade verbaut wird. Wegen drohenden milit├Ąrischen Auseinandersetzungen zwischen Thailand und Cambodia brachen sie ihre Reisepl├Ąne f├╝r Angkor Watt ab und waren bereits auf dem Weg in die Hauptstadt von Laos, Vientiane, als ein neues Problem an ihrem Fahrzeug auftrat. Aus diesem Grund reisen sie zur Mercedes Werkstatt nach Bangkok zur├╝ck und machen auf dem Weg dorthin bei uns Halt. Eugens Laptop braucht ebenfalls eine dringende Notbehandlung und Jochens Hilfe.
Gemeinsam mit Eugen, Monique und Chamsai werden wir als geladene G├Ąste  an diesem Abend mit gutem Essen und Bier bewirtet (denn ohne Einladung gehen die Thais nicht zu einem solchen Fest und so stehen die anderen Nachbarn auch an der Strassenecke und beobachten das Treiben). Wir versuchen auch das dargebotene Programm auf der B├╝hne zu geniessen, allerdings ├╝bertrifft die Lautst├Ąrke dieser Veranstaltung alles bis dahin Erlebte. Besorgt beobachten wir im Haus die klirrenden Fensterscheiben und vibrierenden Verkleidungen. Wirklich dankbar sind wir f├╝r einen erneuten heftigen Gewitterguss, der unserem bereits gesch├Ądigtem Geh├Âr eine Ruhepause verschafft und einen Grossteil der G├Ąste schon eher nach Hause treibt. So wird der Abend gegen Mitternacht wohl eher beendet als urspr├╝nglich geplant.
Grau und regnerisch sind die n├Ąchsten Tage und wir nutzen die Zeit unsere vielen Reisebilder in Filmen zu verarbeiten.

05. - 11.11.2008

Gespannt, wie wohl der Rest der Welt, verfolgen wir die Pr├Ąsidentschaftswahlen in den USA live im Internet. Derartige politische Ereignisse sind f├╝r einen Langzeitreisenden wie uns von sehr grossem Interesse, da die Ergebnisse die bilateralen Beziehungen der einzelnen L├Ąnder  ja wesentlich beeinflussen. All zu oft sp├╝ren wir als einfache Touristen sofort das Wohlwollen oder die Ablehnung politischer Handlungen im Umgang der Bev├Âlkerung des besuchten Landes mit uns. Gute Beispiele daf├╝r sind das uns entgegen gebrachte Wohlwollen als deutscher Tourist zu Beginn unserer Reise, auf Grund des klaren "Nein" des Altbundeskanzlers Schr├Âder zum Irak - Krieg. Unsere Position als deutscher Tourist verschlechterte sich mit der Wahl der jetzt amtierenden Kanzlerin Merkel und ihrer deutlichen Unterst├╝tzung des amerikanischen  Pr├Ąsidenten Busch und seiner Politik. Das ist jetzt kein politisches Statement unsererseits, sondern tats├Ąchlich gemachte Reiseerfahrung ! Wir hoffen und w├╝nschen uns und der Welt mit der Wahl des neuen Pr├Ąsidenten Obamas vor allem mehr Frieden und Toleranz im Umgang der verschiedenen Kulturen und Religionen.
Der Winter naht und die Temperaturen fallen langsam auf angenehme Werte. Klare sonnige Tage und k├╝hle N├Ąchte verleiten uns zur reiner Arbeitswut. W├Ąhrend Jochen nun mit den letzten Ausbesserungen an der Kabine fortfahren kann, st├╝rze ich mich in einen gr├╝ndlichen Hausputz, m├Ąhe Rasen und koche meine ersten schw├Ąbischen Maultaschen hier in Thailand - f├╝r mindestens 10 Personen ! Hab ich da mit dem Rezept was falsch verstanden ? Zum Gl├╝ck lassen die sich ja wunderbar einfrieren! Zu allem ├ťberfluss bekommen wir auch noch einen gigantischen, frischgefangenen Fisch ins Haus geliefert, welcher uns Essen f├╝r zwei Tage beschert. Gegrillt und als Tom Yam verarbeitet, sehr lecker ! Daf├╝r l├Ąsst selbst die Katze mal das Whiskas stehen.

12. - 20.11.2008

Jedes Jahr am Vollmondtag des zw├Âlften Monats des traditionellen thail├Ąndischen Mondkalenders (dieses Jahr am 12. November) wird eines der sch├Ânsten und malerischsten Feste in Thailand gefeiert, das Lichterfest "Loi Krathong". Die Thais versammeln sich mit Einbruch der Dunkelheit an Fl├╝ssen, Seen und Teichen, um kleine Gestecke aus Blumen und Bl├Ąttern schwimmen zu lassen. Auf diesen Gestecken befinden sich oft Weihrauchst├Ąbchen oder eine M├╝nze als Opfergaben und eine Kerze wird angez├╝ndet. Dieses Fest wird von der staatlichen Tourismus Organisation besonders f├╝r Chiang Mai oder die alten K├Ânigsst├Ątte Ayutthaya oder Sukothai beworben, kann aber im ganzen Land beobachtet werden. So auch in unserer kleinen Community hier in Joho. An unserem lokalen Markt angrenzend, befindet sich ein k├╝nstlich angelegter Teich und ein ausreichend grosses Festgel├Ąnde f├╝r diesen Zweck. Die verschiedenen Wohnsiedlungen messen sich in einem Wettbewerb, wer das sch├Ânste Flo├č (Krathong) gebaut hat und bereits vor Einbruch der Dunkelheit beginnt das Volksfest mit viel Essen und Trinken. Wie immer in Thailand ist das Angebot der Essenst├Ąnde ├╝ppig und das Fest gut besucht.
Als es dann endlich dunkel wird, beginnen die bunten Krathongs zu leuchten, kleine Hei├čluftballons werden angez├╝ndet und die ersten Kerzengestecke werden zu Wasser gelassen. Es ist wirklich k├╝hl an diesem Abend im November und so lassen die Bilder von Kleinkindern in Strickm├╝tzen und Schals und all die sch├Ânen Kerzenlichter fast so etwas wie Weihnachtsstimmung aufkommen. Als ich dann ein eisgek├╝hltes Bier in der Hand halte, fr├Âstelt es mich das erste Mal seit Monaten und ich sehne mich eher nach Gl├╝hwein oder Grog.
Der Abend endet mit einem Sch├Ânheitswettbewerb der Kleinsten in traditioneller Kleidung, dazu traditionelle Musik, T├Ąnze und einem Feuerwerk. Ein wirklich beeindruckendes Fest, dass es wert ist, auch in einer so kleinen Gemeinde hautnah mit zu erleben und aus dem nicht eines der vielen, billigen Karaoke - Shows wurde.
Die restlichen Tage vergehen mit viel Arbeit im und um das Haus herum und den Reparaturen an unserer Kabine. Etliches muss daf├╝r an Materialien besorgt werden, was immer recht zeitaufwendig ist, bis man das Passende beim richtigen H├Ąndler daf├╝r gefunden hat. Das herausgerissene Holz der Verkleidung und der Einstieg m├╝ssen erneuert werden und die Aufgabe, alten Kleber und Cenusil von Leisten, T├╝ren etc. zu l├Âsen, ist m├╝hsam und undankbar.

W├Ąhrend uns ein weiterer Tag mit viel Arbeit erwartet, genie├čt die werdende Mutter die Ruhe vor dem Sturm. Der Wiederaufbau der Kabine macht gute Fortschritte und jeder Hobby-Bauherr wird best├Ątigen, dass Rekonstruktionsarbeiten immer viel m├╝hsamer als ein Neubau sind. Alles muss genau eingepasst, verklebt oder verschraubt werden, schlie├člich soll alles auch wieder eine Weile halten und ordentlich soll es auch aussehen. Zur Erholung g├Ânnen wir uns zwischendurch alle eine Runde Katzen-Schwangerschafts-Yoga.
Am Abend bekommen wir den bereits angek├╝ndigten und freudig erwarteten Besuch von Vincent, einem Schulfreund unserer Tochter Lydia aus Leipzig. Wir haben mit Vincent ja bereits einige Zeit in Australien verbracht und sind auch dar├╝ber hinaus in Verbindung geblieben. Nach zwei Jahren Work and Holiday in Downunder ist er auf dem Weg nach Deutschland und nutzt die Gelegenheit, einen kleinen Eindruck von Malaysia und Thailand zu bekommen. Er scheint von Asien wirklich begeistert zu sein und so gibt es einen regen Erfahrungsaustausch zum bisher Erlebten.

22. - 23.11.2008

Jedes Jahr im November findet im nahegelegenen Ort Phimai, bekannt f├╝r seinen ber├╝hmten Khmer Tempel aus der Angkor Periode, das "Phimai Festival and Boat Race" statt.
Tausende Besucher werden von diesem Spektakel angezogen und auch wir machen uns auf den Weg. Dazu w├Ąhlen wir die alte, kaum noch genutzte Strassenverbindung zwischen Khorat und Phimai und k├Ânnen Vincent so etwas vom thail├Ąndischen Landleben zeigen. Der Reis wird jetzt ├╝berall geerntet und vor den H├Ąusern getrocknet, besonders beeindruckend sind die bunten Landfahrzeuge und M├Ąhdrescher als Kettenfahrzeuge.
Das Highlight dieses Festivals ist das traditionelle Langboot Rennen auf dem Mun River, welches seit ├╝ber 100 Jahren allj├Ąhrlich statt findet. Ringsherum findet ein reges Markttreiben mit den verschiedensten Handwerksprodukten des ganzen Landes, viel Kitsch und vor allem aber vielen Leckereien statt. Bei all dem Gedr├Ąnge ist aber immer noch Platz f├╝r einen vorbeikommenden Elefanten, welcher sich gern gegen kleines Entgelt mit Zuckerrohr f├╝ttern l├Ąsst.
Seit ungef├Ąhr 20 Jahren gibt es aber einen weiteren H├Âhepunkt zu diesem Festival, die "Sound and Light Show" vor der Kulisse der alten Tempelanlage. Darauf sind wir besonders gespannt, denn wir kennen die Tempelanlage ja bereits aus vorherigen Besuchen sehr gut (siehe auch Tagebuch vom 16.05.2004 und 10.02.2008). Nachdem einige Verst├Ąndigungsprobleme am Eingang der Tempelanlage ├╝berwunden sind, halten wir unsere Sitzplatzkarten f├╝r die Show in den H├Ąnden und zeigen Vincent die Anlage noch bei Tageslicht. Nat├╝rlich sind heute sehr viele Besucher da und durch die B├╝hnenaufbauten geht ein Teil des beschaulichen Eindrucks, welchen man an einem ruhigen Wochentag hier haben kann, verloren. Daf├╝r entsch├Ądigen uns wundersch├Âne Fotomotive von den K├╝nstlern und Akteuren dieser Nacht in ihren bunten, glitzernder Kost├╝men, die ├╝berall umherwandern.
Noch bevor die eigentliche" Sound and Light Show" beginnt, geniessen wir eine Theatervorstellung der besonderen Art auf dem gr├╝nen Rasen vor altehrw├╝rdiger Kulisse. Gezeigt werden Ausschnitte aus dem Ramakien ( "Zu Ehren Ramas"), der thail├Ąndischen Version des grossen, ber├╝hmten indischen Epos Ramayana. Da dies nicht nur das Kernst├╝ck thail├Ąndischer Literatur sondern in ganz S├╝dostasien zu finden ist, wollen wir kurz darauf eingehen.

Die Ramakien ist die Liebesgeschichte um den Gott-K├Ânig Rama und seiner wundersch├Ânen, treuen Ehefrau Sita, welche von dem D├Ąmonenk├Ânig Tosakan entf├╝hrt und auf der Insel Longka (Sri Lanka) gefangen gehalten wird. Tosakan wirbt erfolglos um die Gunst von Sita. Rama begibt sich mit seinem Bruder Phra Lak auf die Suche nach Sita, und w├Ąhrend von seinen Abenteuern berichtet wird, gewinnt er die Freundschaft und Unterst├╝tzung des Affengottes Hanuman.  Nach Jahren blutiger Schlachten mit magischen, g├Âttlichen und d├Ąmonischen Waffen gelingt es schlie├člich eine Br├╝cke nach Longka zu bauen, den D├Ąmonen Tosakan zu besiegen und Sita zu befreien. Das Gute hat das B├Âse besiegt !
Der Ursprung des Ramayana soll bis etwa 3000 v. Chr. zur├╝ckreichen und wurde von dem indischen Gelehrten Valmiki niedergeschrieben. Indische H├Ąndler, Reisende und Gelehrte brachten die Erz├Ąhlung nach S├╝dostasien, wo sie zuerst in den historischen Reichen der Khmer, die in engem wirtschaftlichem und kulturellem Austausch mit Indien standen, Verbreitung fand. Die regionalen Darstellungen wurden gegen├╝ber der Originalfassung etwas abgewandelt, den lokalen Gegebenheiten und Denken angepasst und so bekam auch das K├Ânigreich Thailand seine eigene Fassung.
Die bekannteste ├╝berlieferte Fassung ist unter der Aufsicht von K├Ânig Rama I. (1736–1809) entstanden, dem Begr├╝nder der bis heute in Thailand bestehenden Chakri - Dynastie. Eine komplett neue Version des Ramakien wurde von Rama I. im Jahr 1785 geschrieben, die heute noch, mit immerhin rund 52.000 Versen, als Glanzleistung der damaligen Zeit gilt. So schrieb Rama I. nicht nur selber viele der Verse neu, sondern ├Ąnderte dabei auch die Namen, die Umgangsformen, die Br├Ąuche, die Ortschaften, die Fauna und Flora des urspr├╝nglichen Ramayana und passte sie der thail├Ąndischen Umgebung an. Alle darstellenden Personen wurden zudem mit thail├Ąndischer Kleidung versehen. Die Rolle Hanumans, des Gott - K├Ânigs der Affen, wurde erweitert und der Geschichte wurde ein Happy-End angef├╝gt, die gl├╝ckliche  Vereinigung von Rama und Sita.
Auch heute hat das Ramakien in allen Volksschichten nichts von seiner Beliebtheit verloren. Es wird an Schulen, Universit├Ąten und Theatern gelehrt und in Filmen, Kinderb├╝chern, Cartoons und Zeitschriften nacherz├Ąhlt. Das Ramakien wurde seit seiner Entstehung zu einem festen Bestandteil der thail├Ąndischen Kultur und wird heute kaum mehr als Adaption einer fremden Dichtung angesehen. Wir erleben die Begeisterung der Zuschauer hautnah und sind froh, uns auf diese am├╝sante Weise mit einem weiteren Teil der Kulturgeschichte Thailands auseinander setzen zu k├Ânnen.

Da es bereits dunkel geworden ist, beginnt im Anschluss die Sound and Light Show und wir werden zu unseren Pl├Ątzen gebeten. In t├Ąnzerischen Darstellungen wird die Geschichte um die Entstehung der Tempelanlage Prasat Hin Phimai und der Verschmelzung von Hinduismus und Buddhismus dargestellt. Dabei wird die Tempelanlage als nat├╝rliche Kulisse genutzt und wechselnde Lichteffekte unterstreichen dies zus├Ątzlich. Sound Effekte, farbige Wasserfont├Ąnen, Fackeln, kleine Hei├čluftballons und Feuerwerk unterst├╝tzen diese Darbietungen und f├╝r einen Moment tauchen wir in eine M├Ąrchenwelt ein. Diese Show wurde wirklich professionell dargeboten und war ein echtes Erlebnis, das man nicht missen sollte.

Wir nehmen uns Zeit und zeigen Vincent die Stadt Khorat mit den bekannten Stadttoren, dem ber├╝hmten Denkmal der Heldin Mo, dem alten Markt und nat├╝rlich der Mall. Dabei darf ein Besuch im Eiskaffe Swensen nicht fehlen, auch um die m├╝den F├╝sse etwas auszuruhen.

Noch bevor wir heute unser Sight Seeing Programm in der n├Ąheren Umgebung fortsetzen k├Ânnen, haben wir eine ordentliche Einkaufsliste mit ben├Âtigten Baumaterialien f├╝r Jochen abzuarbeiten. Die Liste ist lang und im gr├Âssten ├Ârtlichen Baumarkt DoHome finden wir leider nur einen geringen Teil davon.
Also geht es weiter in den Ort Dan Kwian, der ber├╝hmt f├╝r seine T├Âpferwaren in allen erdenklichen Formen und Farben ist. Vincent mag die asiatische K├╝che sehr und so suchen wir eines der zahlreichen Strassenlokals auf, welches gut besucht ist - ein gutes Zeichen !  Da es aber echte Verst├Ąndigungsprobleme mit der Speisekarte gibt, schauen wir einfach in die Kocht├Âpfe und auf die Teller der anderen G├Ąste und bestellen was vermeintlich gut aussieht. Dabei erwischen wir ein echte Isaan - Spezialit├Ąt. "Laab" ist ein aus Gahacktem, Minz- und Korianderbl├Ąttern hergestellter Salt, dabei k├Ânnen durchaus auch Innereien verwertet werden. Gut gest├Ąrkt fahren wir weiter nach Pak Thong Chai, wo Vincent die Gelegenheit bekommt, die Herstellung von Seidenstoffen in einer der zahlreichen Fabriken zu beobachten. Bevor wir aber wieder zu Hause ankommen, klappern wir noch bis die Roll├Ąden zu fallen einige Gesch├Ąfte ab, um unsere anfangs erw├Ąhnte Einkaufsliste abzuarbeiten.

Bevor Vincent uns wieder verl├Ąsst, zeigen wir ihm noch das Wat Pa Lak Roi, auch Monster Kloster genannt. Wie schon im Tagebucheintrag vom 16.06.2008 beschrieben, beherbergt dieses Watt eine grosse Sammlung plastischer Darstellungen, welche besonders drastisch das B├Âse dieser Welt aufzeigt, gruselige Szenen von Mord, Totschlag und Verbrechen aller Art. Der erst k├╝rzlich neu erbaute Haupttempel nimmt immer sch├Ânere Formen an und wird gleichsam von chinesischen, hinduistischen und buddhistischen Gottheiten oder Gelehrten umgeben.
Am Abend besuchen wir das Sataporn Restaurant und feiern mit Vincent einen kleinen Abschied, bei viel Bier, Weib und Gesang ! Offensichtlich begeistert ihn nicht nur die thail├Ąndische K├╝che, sondern auch die h├╝bschen Karaoke - S├Ąngerinnen.

27. - 29.11.2008

Langeweile kommt auch in diesen Tagen nicht auf. Es wird gebaut, die “ Hochschwangere ” betreut und eine Visa Verl├Ąngerung steht auch mal wieder an. Zudem haben Monic und Eugen unser “Chinareisende-Treffen” auf den 7. Dezember vorverlegt, aber noch stehen einige Angebote von verschiedenen Agenturen aus und mit Anderen muss noch nachverhandelt werden. Also wirklich keine Zeit f├╝r Langeweile !

Schon seit Tagen wird ├╝berall f├╝r das Country Festival in Khorat geworben und nat├╝rlich muss ich mir das mal n├Ąher anschauen. Die Kulissen sind wirklich h├╝bsch und mit viel Liebe zum Detail aufgebaut. Die Thais lieben die Cowboy H├╝te und die karierten Hemden dazu. Es macht Spa├č, durch die kleinen St├Ąnde zu bummeln und “Frau” findet auch immer etwas dabei. Nat├╝rlich d├╝rfen Essen und Trinken nicht fehlen und so wird alles gegrillt, was auf den BBQ passt. Besonders lecker sind die Garnelen und der Tintenfisch vom Grill. Manch Speise ist f├╝r uns aber immer noch undefinierbar.

01. - 02.12.2008

Bereits am fr├╝hen morgen k├╝ndigt sich das gro├če Ereignis an und wir er├Âffnen umgehend unsere “Geburtsklinik”. Als M├Ąh in unser Schlafzimmer kommt, um uns einen guten Morgen zu w├╝nschen, k├╝ndigen einige r├Âtliche Tr├Âpfchen von der beginnenden Geburt. Schnell verfrachten wir die Geb├Ąrende in unseren provisorischen “Kreissaal”, das Badezimmer. Da sie bisher alle Angebote von Pappkartons und ├Ąhnlichem ausgeschlagen hat, stecken wir sie in einen kleinen gut ausgepolsterten Plastikw├Ąschekorb und decken diesen mit einem Tuch ab. Das Fenster wird auch noch verdunkelt und wir putzen heute mal Z├Ąhne in der K├╝che.
Im Stunden Takt stellt der Nachwuchs sich ein und zu unserer ├ťberraschung ist die Erstgeborene sogar dreifarbig. Das ganze Universum freut sich wohl ├╝ber die Geburt, denn am Abend k├Ânnen wir den Himmel lachen sehen. Mond und Sterne bilden einen Smily.

Unsere M├Ąh ist eine hingebungs- und liebevolle Mutter und wir unterst├╝tzen sie, wo wir k├Ânnen. Die Kleinen sind aber gar nicht so h├Ąsslich, wie alle immer sagen. Seht doch selbst! Nat├╝rlich sind die Augen noch geschlossen, aber sie haben schon ein sch├Ânes weiches Fell.  Alles l├Ąuft sehr sauber und ruhig ab, wir merken eigentlich gar nicht, dass sie da sind. So d├╝rfen sie dann auch zu uns ins Schlafzimmer umziehen, wo sie es warm und vor allem ruhig haben werden, denn der Besuch unserer Overlander steht ├╝berraschender Weise nun bereits heute vor der T├╝r.

04. - 06.12.2008

Gemeinsam mit den Overlandern Eugen und Monique und dem holl├Ąndischen Paar Susan und Ad diskutieren wir die geplante, gemeinsame Reise durch China. Da gibt es vieles zu bedenken und vor allem m├╝ssen viele Dokumente f├╝r die Genehmigungen eingescannt und erstellt werden. Unsere Vorarbeit mit den Agenturen erleichtert jedoch vieles und so ist die Arbeit dann schnell getan, ein gemeinsamer Nenner gefunden und es bleibt noch Zeit, unseren neuen Freunden ein bisschen die Gegend zu zeigen.
Zuerst einmal bestaunen wir mit unserer Nachbarin Chamsai das riesige Wohnmobil von Susan und Ad, welches nicht nur eine Garage f├╝r das Quad hat, sondern auch Luxusdinge wie Backofen oder vollautomatischer Waschmaschine. Nat├╝rlich sind wir Frauen davon begeistert und verstehen nicht die Bedenken der M├Ąnner bzgl. Ladegewicht etc.
Ein weiterer  Besuch im “Monsterkloster”  l├Ąsst die dort lebenden M├Ânche nun bald glauben, dass ich ein Tourguide oder ├Ąhnliches bin. Wir begr├╝├čen uns schon fast wie alte Freunde. An diesem langen Wochenende besuchen heute auch sehr viele Thais das Wat und so k├Ânnen wir auch viele Skulpturen in Aktion sehen. Der Einwurf von ein paar M├╝nzen l├Ąsst so manches Monster tanzen und singen.
Der 06. Dezember ist der Geburtstag des ├╝berall im Lande hochverehrten thail├Ąndischen K├Ânigs und gleichzeitig auch Vatertag. Aus diesem Anlass werden im ganzen Land tausende Lichterketten installiert und viele ├Âffentliche Geb├Ąude und Pl├Ątze geschm├╝ckt und beleuchtet. Wir schauen uns das in der Innenstadt von Khorat an und sind sehr beeindruckt. Nat├╝rlich vers├Ąumen wir es nicht, uns in die lange Liste der Gratulanten einzuschreiben und einen pers├Ânlichen Gl├╝ckwunsch an seine Majest├Ąt in Form eines goldenen Blattes zu ├╝bermitteln.
Wir sind alle wieder einmal mehr  von der Freundlichkeit der Thail├Ąnder begeistert und die Stadt Khorat zeigt dies sogar  auf der ├Âffentlichen Toilette und hei├čt jeden Besucher herzlich willkommen. Das ist auf jeden Fall einen Schnappschuss wert.

07. - 09.12.2008

Wir wollten es nicht wahr haben, aber es wird langsam richtig kalt in Thailand. Haben wir noch vor ein paar Wochen gelacht und ├╝ber die Auslagen mit M├╝tzen, Schals und Handschuhen in den Gesch├Ąften gel├Ąstert, suchen wir uns jetzt immer ├Âfters einen warmen Pullover. 
Auch die Katzen sp├╝ren, dass es k├Ąlter wird und so tr├Ągt die Mutter ihre Kleinen vertrauensvoll zu uns ins Bett unter die warme Zudecke. Wieder einmal feiern wir mit Eugen und Monique einen kleinen Abschied bei Uwe im Restaurant. Es wird wie immer ein lustiger Abend und Uwes Frau zeigt uns bei der Gelegenheit, wie ihre Winterkleidung aussieht.

10. - 15.12.2008

Es wird Zeit, dass wir mit den Arbeiten an unserer Kabine fortfahren. Dies hat jetzt h├Âchste Priorit├Ąt und das k├╝hle, trockene Wetter ist daf├╝r auch ideal. Da wird gespachtelt und geschliffen, was das Zeug h├Ąlt und bei der Gelegenheit alte Sch├Ąden ausgebessert.
Die weiteren Vorbereitungen der China-Reise bereiten uns einige Bauchschmerzen, da wir mit den pl├Âtzlichen einseitigen ├änderungsw├╝nschen der anderen Teilnehmer nicht einverstanden sind.
Dazu kommt noch der ber├╝hmte “Wink mit dem Zaunpfahl”. Just zu diesem Zeitpunkt erscheint auf unserer Internetseite eine Google Anzeige mit einem interessanten Stellenangebot hier in Thailand. Gesucht werden deutschsprachige Mitarbeiterinnen f├╝r den Kundensupport in Chiang Mai, im sch├Ânen Norden Thailands. Diese Gegend ist sehr reizvoll, besonders f├╝r uns Motorradfahrer. Ob wohl eine Bewerbung erfolgreich w├Ąre ? Dann w├╝rden wir noch einige Zeit hier im sch├Ânen Thailand bleiben, vielleicht ein paar Krisen aussitzen und den Norden richtig kennen lernen k├Ânnen. Und vielleicht gibt es bis dahin auch ein paar Reiseerleichterungen f├╝r uns Overlander durch China. Einen Versuch ist es wert und so qu├Ąlen wir uns ein paar Tage und N├Ąchte damit, die richtige Entscheidung zu treffen.
Zwischendurch entspannen wir uns mit dem Nachwuchs und erfreuen uns am Gedeihen der Kleinen. Die ersten Augen ├Âffnen sich und entdecken die neue Welt.

Die Entscheidung f├╝r Thailand ist gefallen. Immerhin bieten sich solche interessanten M├Âglichkeiten nicht allzu oft und einen derartigen Wink des Schicksals sollte man nicht so einfach ignorieren.  Mit dem Bus mache ich mich also zum Vorstellungsgespr├Ąch nach Chiang Mai auf. Es erwartet mich eine 14 st├╝ndige ├ťberlandfahrt und auch wenn Busfahren hier in Thailand auch noch so komfortabel ist, eine so lange Fahrt bleibt sehr anstrengend. Im geringen Fahrpreis von 600 Baht sind Mittagessen, Snacks und Wasser enthalten und nat├╝rlich gibt es non stop Movies und Karaoke im Bord TV.
Ich staune immer wieder ├╝ber die Disziplin der Thais, da wird kein Stopp genutzt, um sich mal die Beine zu vertreten. Alle bleiben brav auf ihren Pl├Ątzen und auch die Mittagspause wird sehr z├╝gig und geordnet abgehandelt. Ich bin die Einzige, die ab und zu herum hampelt. Und dann ist da noch die Frage zu kl├Ąren, wann man im Bus die Toilette benutzt ? Also w├Ąhrend der Fahrt ist das wohl eher nicht angebracht und so erkenne ich bald, dass Mann bzw. Frau vor dem Erreichen einer gro├čen Stadt den kurzen Stopp f├╝r die ber├╝hmte “Pullerpause” nutzen muss. Und da dieser kurze Stopp nur f├╝r einen Benutzer reicht, sollte man sich bereits vor dem Anhalten in Startposition begeben.
Als wir eine gro├če Kreuzung mit dem bewegenden Namen “Indochina” passieren und die Wegweiser nach bekannten St├Ądten in Malaysia, Vietnam und auch nach Kunming in China zeigen, wird mir noch einmal bewusst, welche Entscheidung wir getroffen haben.
Gegen 21.00 h erreiche ich endlich Chiang Mai und f├╝hle mich pl├Âtzlich  in dieser fremden, gro├čen und auch noch dunklen Stadt etwas einsam und verloren. Ein Tuktuk-Fahrer wird mir helfen ein passendes Guesthouse in der Altstadt zu finden, wo der Hauskater mich dann auch gleich in meinem Zimmer besucht. Da ich noch etwas Bewegung brauche, bummle ich ein wenig durch die n├Ąhere Umgebung und bin begeistert, was ich zu sehen bekomme. Im bunten Lichterschein sieht alles bezaubernd aus und die Stadt ist voller Leben. Ich glaube es wird uns hier gefallen.

17. - 20.12.2008

Die “Altstadt” und somit das Zentrum von Chiang Mai ist ein Quadrat, welches von einer alten, teilweise erhaltenen Stadtmauer und einem Wassergraben umgeben ist. Jede Seite des Quadrats hat ein entsprechendes bedeutungsvolles Tor und diese helfen auch sehr bei der Orientierung. Bis zu meinem Vorstellungstermin am Nachmittag werde ich die Zeit nutzen, entlang der Stadtmauer und dem erfrischenden Wassergraben zu spazieren und mich mit der Stadt ein wenig vertraut machen. Nat├╝rlich fallen mir sofort die vielen Motorradl├Ąden und Vermietungen auf, denn die nahegelegenen Berge sollen hervorragende Strecken haben mit Kurven und Kehren ohne Ende.
So kurz vor Weihnachten ist auch hier alles entsprechend weihnachtlich geschm├╝ckt, die vielen Touristen sollen sich ja wohl f├╝hlen.
Der Airport Business Park ist einfach zu finden und ich gebe zu, etwas aufgeregt zu sein. Immerhin liegt mein letztes Vorstellungsgespr├Ąch mehr als 20 Jahre zur├╝ck, aber ich hoffe Berufs- und Lebenserfahrungen geben mir ausreichend Sicherheit.
Ich werde bei CLBS herzlich empfangen und die freundlichen Mitarbeiter, zumeist junge Frauen mit viel Reiseerfahrungen,  geben mir sofort ein Gef├╝hl dazu geh├Âren zu wollen. Die Gesch├Ąftsr├Ąume mit ihren Arbeitspl├Ątzen sind freundlich und gepflegt und vor allem gut zu erreichen. Das mir unterbreitete Angebot ist attraktiv und so vereinbaren wir eine Zusammenarbeit. D.h. Mitte Januar werde ich eine Trainigswoche hier bei CLBS in Chiang Mai absolvieren und nach erfolgreichem Abschluss und Vertragsunterzeichnung, m├Âchte ich mit dem Job zum 01.03.09 beginnen. So bleibt uns gen├╝gend Zeit den “Umzug” hierher zu organisieren und den schon lange geplanten Besuch unserer Freunde aus Leipzig im Februar zu organisieren. Es gibt viel zu tun und aufregende neue Zeiten erwarten uns.

21. - 24.12.2008

Wieder zur├╝ck in Khorat werden nun alle Pl├Ąne sofort in Taten umgesetzt.
├ťber das Internet beginnen wir mit der Haussuche in Chiang Mai und nehmen auch Kontakt zu Immobilien Agenten auf. Anders als in D k├Ânnen Objekte von mehreren Maklern gleichzeitig angeboten werden. Es gibt also kein Exklusivrecht, wer zu erst einen Mieter oder K├Ąufer bringt, erh├Ąlt die Provision. Dem Suchenden, also uns, entstehen dabei gar keine Kosten.
Jochen arbeitet weiter intensiv an der Kabine und wird das Ausbessern und Schleifen beenden.
Ich habe mir vorgenommen, die Grundst├╝cksmauer, als ein kleines Dankesch├Ân an Yooyen und R├╝diger, ringsherum neu zu wei├čen.
Die Katzenbabies werden, nun wo sie alle etwas sehen k├Ânnen, langsam mobil und haben ihre ersten Surfstunden....

25. - 27.12.2008

Wir haben wei├če Weihnachten – aber ganz anderer Art. Es ist soweit, wir wollen der Kabine nun etwas neue Farbe g├Ânnen und alle Reparaturen wieder abdecken. Alle Materialien sind besorgt und bei einem Baumaschinen-Verleiher nach langem Suchen auch endlich ein Kompressor zur Miete gefunden. Da aber auch in Thailand viele Unternehmen ├╝ber Neujahr Betriebsferien machen, haben wir einen engen Zeitplan f├╝r die Nutzung des Kompressor und die Mietgeb├╝hren sind auch nicht gerade preiswert.
Unsere Aufkleber und Dekorfolien wollen wir erhalten, also m├╝ssen wir eine ganze Menge mit alten Zeitungen abkleben, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Wetter spielt auch ganz gut mit, also kann es los gehen. Bei all der Eile und dem vielen Hin und Her schaffe ich es dann,  eine wertvolle Dose Lack umzusto├čen. Ich brauch wohl nicht erw├Ąhnen, wie ver├Ąrgert mein Herzallerliebster war. Im gl├╝cklicherweise nahe gelegenem Laden gab es noch eine letzte Dose Lack genau von dieser Sorte und Farbe. Gl├╝ck im Ungl├╝ck.
Das Spritzen im Freien ist nicht gerade die beste L├Âsung, aber da haben wir keine andere Wahl. Ich finde jedenfalls, Jochen machte das wirklich gut, mit viel Gef├╝hl und so sind wir dann auch mit dem Ergebnis zu frieden.

Zum Ausruhen bleibt keine Zeit.
Unser Visa l├Ąuft wieder einmal ab und so m├╝ssen wir noch schnell vor Neujahr  zur thail├Ąndischen Botschaft nach Vientiane in Laos. Der Termin k├Ânnte nicht ung├╝nstiger fallen, denn ganz Thailand scheint unterwegs zu sein. Wir kommen kaum aus Khorat raus und wir erleben das erste Mal wirklich echten Stau auf dem Highway. Die vielen Wanderarbeiter in und um Bangkok wollen nach Hause zu ihren Familien, die irgendwo im l├Ąndlichen Isaan leben. Das Schlimmste aber ist, das es einen Auffahrunfall nach dem anderen gibt, immer wieder auch direkt vor unserer Nase und die Gr├Ąben sind bald ├╝berf├╝llt. Ich gebe zu, wirklich Angst zu haben, in einen dieser Unf├Ąlle verwickelt werden zu k├Ânnen, ohne ├╝berhaupt Schuld daran zu haben.  Als Ausl├Ąnder und ohne Versicherung h├Ątten wir wirklich schlechte Karten. Ich m├Âchte mit Jochen als Fahrer nicht tauschen, sicherlich ist er genauso angespannt, aber er l├Ąsst sich nat├╝rlich nichts anmerken. Vorsichtshalber kaufe ich am Strassenrand eine von diesen Blumenketten und erbitte jeden m├Âglichen Schutz, egal von welchem Gott der kommt.
Nat├╝rlich haben auch die H├Ąndler die Situation am Highway schon lange erkannt und bieten dort alle m├Âglichen Waren dem Reisenden an. Das macht die Fahrt bunt und abwechslungsreich. Interessant ist auch zu beobachten, welche Mitreisegelegenheiten so genutzt werden .... - seht euch das mal an.
Wir erreichen Nong Khai am sp├Ąten Nachmittag unfallfrei und werden die Nacht in einem preiswerten Guesthouse gleich an der Grenze verbringen. Dort gibt es auch bewachte Parkpl├Ątze, wo wir dann das Auto gegen kleines Geld einstellen k├Ânnen.
Wir entspannen endlich bei einem Bummel auf Nong Khai`s  h├╝bscher Uferpromenade und haben ein vorz├╝gliches Dinner in einem beliebten vietnamesischen Restaurant. Als wir jede Menge Zutaten bekommen, m├╝ssen wir uns erstmal erkl├Ąren lassen, was wir nun damit machen sollen. Das Personal ist sofort hilfsbereit und ”baut” ganz unkompliziert ein “kleines P├Ąckchen” , welches niemals in meinen Mund passt ..... wir haben jedenfalls viel Spa├č – auch mit dem Personal -  und Jochen baut sofort eine kleine Produktionslinie auf.

Aus Erfahrung  machen wir uns zeitig auf den Weg zur Grenze – aber wohl nicht zeitig genug ! Wir sind nicht die Einzigen die wegen der anstehenden Feiertage sich etwas eher um ein neues Visa k├╝mmern m├╝ssen. Dazu kommt, dass das bisherige kostenlose  thail├Ąndische 30-Tage-Touristvisa bei Einreise auf dem Landweg nur noch f├╝r 14 Tage ausgestellt wird. Dies ist f├╝r viele wegen den damit verbundenen  hohen Reisekosten uninteressant geworden und man bezahlt dann lieber die Visageb├╝hren f├╝r einen l├Ąngeren Aufenthalt.
Die laotische Grenzseite ist mit dem Ansturm und den vielen auszustellenden laotischen Visen direkt an der Grenze v├Âllig ├╝berfordert und so warten wir Stunden auf die Herausgabe unserer P├Ąsse. So langsam l├Ąuft uns die Zeit weg, denn bis 12.00 Uhr m├╝ssen wir unseren Antrag beim thail├Ąndischen Visa-Service abgegeben haben oder wir sitzen ├╝ber Neujahr hier fest. Kurz vor Toresschluss erreichen wir die Botschaft und k├Ânnen dem Leiter nur dankbar sein, dass er sein Personal anweist, niemanden wegzuschicken. Es m├╝ssen mehrere hunderte Antr├Ąge heute abgegeben worden sein. Erleichtert suchen wir uns eine ├ťbernachtung und ruhen uns von den Strapazen der letzten Tage aus.

30.12. - 01.01.2009

Da wir noch heute Abend wieder in Khorat zur├╝ck sein wollen, stellen wir uns zeitig bei der thail├Ąndischen Botschaft an, um unsere P├Ąsse samt Visa abzuholen. Die Schlange hinter uns w├Ąchst beachtlich und es ist hei├č in der gl├╝henden Mittagssonne. Es verl├Ąuft aber alles reibungslos und so reisen wir am Nachmittag wieder in Thailand ein und machen uns auf den Weg zur├╝ck zu unserer Katzenfamilie. Wir verbringen einen ruhigen Jahreswechsel und genie├čen das Erreichte.

Wir sind heute zum “Neujahrsempfang” bei unserer lieben Nachbarin Chemsai eingeladen. Ihre Freundin Noi ist aus Bangkok  zu Besuch gekommen und kocht f├╝r uns ein leckeres Dinner in ihrem neuen Amway - Kochgeschirr. Dabei tauschen wir einige Tips zu Chiang Mai aus, denn Noi verbringt dort ├Âfters ihre Zeit. Sie will uns mit ein paar Kontakten unterst├╝tzen, um schneller ein g├╝nstiges Haus f├╝r uns zu finden. Wir sind dankbar f├╝r jede Hilfe.

03. - 10.01.2009

Die Woche  vergeht mit Arbeit und Spiel. Die Mauer wird irgendwie immer l├Ąnger aber dort, wo es schon wei├č leuchtet, macht das ganze Anwesen einen viel freundlicheren und sch├Âneren Eindruck.  Die Kabine wird nun wieder reisefertig gemacht und vieles kann oder besser muss wieder einger├Ąumt werden.
Die Katzenbabies nehmen nun auch viel Zeit in Anspruch. Sie entdecken ihre  neue Welt jeden Tag ein St├╝ckchen mehr und entsprechend gro├č wird ihre Mobilit├Ąt. Sie klettern an unseren Hosenbeinen hoch, toben durch Haus und Garten und wollen nun auch schon etwas feste Nahrung. Damit wird es dringend notwendig, dass wir Ihnen beibringen m├╝ssen, wo das Katzenklo ist.

11. - 16.01.2009

Mit weniger als 20 Grad Celsius in den Morgenstunden ist es nun wirklich kalt hier in Thailand und wir alle decken uns warm zu. Auch die kleinen K├Ątzchen kuscheln sich warm ein und da die Mutter weis, wie gut sie von uns versorgt werden, folgt sie schon wieder den eindringlichen Rufen des Katers. Bei aller Liebe und Spa├č den wir mit der Katzenfamilie haben, brauchen wir jedoch diese Erfahrung kein zweites Mal. Au├čerdem fressen die langsam unsere Ersparnisse auf.
Da wir nun bald eine Woche nach Chiang Mai fahren wollen, k├Ânnen wir den liebestollen Kater auch nicht verjagen und so entscheiden wir uns, Maeh noch vor unserer Abreise kastrieren zu lassen. Die Kleinen nehmen sowieso schon kr├Ąftig handfeste Nahrung zu sich, also muss nicht mehr zwingend gestillt werden.
In einer kleinen Strassenklinik wird die OP ambulant f├╝r 570  Baht inkl. aller Medikamente durchgef├╝hrt und als wir Maeh am sp├Ąten Nachmittag wieder nach Hause holen, ist sie um die H├╝ften etwas schmaler und noch ganz wackelig auf den Beinen. Nat├╝rlich bekommt sie unser ganzes Mitleid und unsere besondere F├╝rsorge mit unendlich vielen Streicheleinheiten zu sp├╝ren.
Nach wenigen Tagen geht es ihr wieder ganz gut und wir k├Ânnen ruhigen Gewissen nach Chiang Mai aufbrechen. Unsere liebe Nachbarin Chemsai wird sich in dieser Woche um die Katzenfamilie k├╝mmern und wir lassen sie mit einem gro├čen Korb voller Thunfischdosen, Trockenfutter, Reis, und Verbandsmaterialien zur├╝ck.

17. - 18.01.2009

Bis Chiang Mai sind es rund 800 km und endlich f├╝hren wir wieder unsere Motorr├Ąder aus. Jochen hat die Strecke ├╝ber das GPS programmiert und daf├╝r, so wie wir es lieben, sch├Âne kleine Strassen ausgesucht. Allerdings m├╝ssen wir bereits nach 3 Stunden Fahrt feststellen, dass die D├Ârfer an diesen Strecken sehr sch├Ân und urspr├╝nglich sind, die Strassen allerdings in so schlechtem Zustand, dass wir ├╝berhaupt nicht vorw├Ąrts kommen. Also muss ab und zu mal “Strecke “ ├╝ber die gro├čen Highways gemacht werden.
Wir verbringen eine Nacht in einem neu er├Âffneten und preiswerten Hotel in Phitsanulok, bevor wir in Chiang Mai eintreffen. Wir haben den Termin extra so gelegt, um am Horizons Unlimited Treffen in Chiang Mai teilzunehmen und wollen die Gelegenheit nutzen, vielleicht ein paar Reisende zu treffen oder neue Freunde und Gleichgesinnte zu finden. Das Treffen  findet im “Chiangmai Saloon #2”  statt, einer beliebten und teuren Bar f├╝r Falangs. Da wir jedoch keinen Raum direkt f├╝r das Meeting haben, vermischen sich Barbesucher und Teilnehmer und so sind Alle irgendwie ├╝berall verstreut. Es dauert lange bis eine “Er├Âffnung” des Treffens  m├Âglich ist, aber um so schneller ist dann auch der offizielle Teil wieder vorbei. Wir hatten ehrlich gesagt eine etwas bessere Organisation erwartet und sind etwas entt├Ąuscht. Das Treffen vor einigen Jahren  in Australien, von Ken und Carol organisiert, war f├╝r uns interessanter und auch authentischer. Wir  k├Ânnen  dennoch ein paar  interessante Gespr├Ąche f├╝hren, bevor wir sp├Ąter zur├╝ck in unser Apartment fahren.

19. - 24.01.2009

In den Vormittagsstunden meiner Trainigswoche nutzen wir die Zeit,  um ein neues zu Hause zu finden. Das Angebot in Chiang Mai und Umgebung ist riesig und auf die Bed├╝rfnisse der vielen Ausl├Ąnder zu geschnitten, allerdings auch oft mit entsprechend stolzen Preisen. Da wird man als Falang, der nicht so viel bezahlen m├Âchte, schonmal etwas argw├Âhnisch betrachtet und ist bei den Agenten auch eher unwillkommen. Nachverhandlungen oder Preisnachl├Ąsse sind fast unm├Âglich und vom Agenten auch nicht gewollt, denn dann w├╝rde sich ja seine Provision (eine Monatsmiete) auch entsprechend verringern.
Was wir in den n├Ąchsten Tagen so alles zu sehen bekommen, reicht von unm├Âglich bis eventuell machbar. Interessant und lustig f├╝r uns ist immer, das ein Thai Haus hier in Chiang Mai offensichtlich immer so viele B├Ąder wie Schlafzimmer haben muss. Also hat das Haus 3 Schlafzimmer, dann hat es auch 3 B├Ąder, bei 5 Schlafzimmer m├╝ssen dann auch 5 B├Ąder geputzt werden etc. Das ist f├╝r uns wirklich zu viel des Guten. Uns w├╝rde schon ein Bad und daf├╝r an 365 Tagen 24 Stunden flie├čendes Wasser reichen, was schon in Khorat nicht immer der Fall war.
Ein Bungalow in Mae Rim ist  h├╝bsch hergerichtet und die Au├čenanlagen sehr gepflegt, aber abgesehen vom extrem weiten Weg bis zu meiner k├╝nftigen Arbeitsstelle, ist die K├╝che an einer Wand teilweise offen - hier in Thailand nichts ungew├Âhnliches - aber so sind Probleme mit Ungeziefer in einer deutschen K├╝che schon vorprogrammiert. Denn eine Vorratshaltung, egal ob Nahrungsmittel oder Gew├╝rze, gibt es in der Thaik├╝che kaum. Alles wird t├Ąglich eingekauft, meist schon fertig gekocht. Der einzig nennenswerte Vorrat ist ein Sack Reis und dieser hat - abgesehen vom st├Ąndig hungrigen Thai - keine nat├╝rlichen Feinde. Die Ger├Ątschaften in der Thaik├╝che beschr├Ąnken sich meist auf eine ohnehin nur im Freien zu betreibende Feuerstelle (ein Tongef├Ą├č mit gl├╝hender Holzkohle), eventuell noch einem mit Propangas betriebenen Wog und einem gro├čen Reiskocher.
Ein Ressort bietet kleine “Ein-Zimmer-H├Ąuschen” an, bei denen sowohl Innen wie Au├čen der Putz an den W├Ąnden noch fehlt. Auf unsere diesbez├╝gliche Frage, bekommen wir zur Antwort, das bleibt so und ist “Country-Style”. Toll, durch die Fugen kann man durchschauen und vielleicht f├Ąllt die d├╝nne Wand beim Anlehnen sogar zusammen. Ein neues gro├čes Haus im gleichen Gel├Ąnde ist h├╝bsch, aber entspricht nicht unserem Budget, zumal hier kaum Platz f├╝r unseren “Zug” bleibt und Nachbar an Nachbar “klebt”
In einem echten Thai – Holzhaus zieht die Familie gerade erst aus und es ist wirklich alles sehr schmutzig und unordentlich, die Matraze stinkt und nat├╝rlich ist viel zu wenig Platz f├╝r unseren Fuhrpark vorhanden. Dergleichen besichtigen wir noch mehr, bis wir Ende der Woche unser “Traumhaus” finden. Vicky, eine Freundin von Noi, kennt ein Haus, das in Doi Soket  leer steht und eigentlich verkauft werden soll. Sie versucht den Eigent├╝mer, der jetzt in Bangkok lebt, davon zu ├╝berzeugen, dass eine Vermietung besser ist, als es weiter unbewohnt zu lassen. Wir sind besonders vom gro├čen Gel├Ąnde mit seiner herrschaftlichen Auffahrt fasziniert und der n├Ąchste Nachbar  ist weiter als ein lauter Ruf entfernt. Also ausreichend Platz f├╝r unseren Fuhrpark. Da sind nur ein paar nicht ganz unwichtige Probleme, wie Elektrizit├Ąt und Wasserversorgung zu kl├Ąren. Aber wir wollen an der Sache dran bleiben und hoffen sehr, es kommt zu diesem Deal.

Mit einem Arbeitsvertrag und vielen neuen Ideen und Tr├Ąumereien im Kopf  “reiten” wir zur├╝ck in Richtung Khorat, durch wundersch├Âne Landschaften. Wir genie├čen die Tour durch kurvenreiche Strecken und ├╝bernachten wieder auf halber Strecke im gleichen Hotel in Phitsanulok.

26. - 29.01.2009

Bevor wir unsere Fahrt fortsetzten k├Ânnen, gibt es heute morgen ein Problem an meinem Motorrad. Kein Mucks ist beim Starten zu h├Âren und s├Ąmtliche Starthilfen bleiben ohne Erfolg. Ich soll dann Jochen mit Hilfe eines Gurtes anschleppen, was auf Grund meiner ├ängste ja nur zum “Umfaller” f├╝hren kann. Also such ich mir drei “starke” Thais und lass anschieben – mit Erfolg !
Am sp├Ąten Nachmittag erreichen wir Khorat und unsere Katzenfamilie, die uns sehns├╝chtig erwartet. Gro├č sind sie in der einen Woche geworden und richtige kleine Akrobaten. Besonders gern klettern sie an den Fahrr├Ądern herum und schlafen dann zu dritt im Fahrradk├Ârbchen, auf dem Blumentopf oder im Aschepott ein .... Die Bilder sind wirklich gelungen !
Leider gelingt uns der Deal mit unserem “Traumhaus” in Doi Soket doch nicht. Der Eigent├╝mer muss kurzfristig f├╝r l├Ąngere Zeit nach Amerika reisen und hat weder Lust noch Zeit sich jetzt um seine Immobilie zu k├╝mmern. Schade! Da m├╝ssen wir wieder im Internet neu recherchieren, um etwas Passendes zu finden.

30.01. - 05.02.2009

Unsere Renovierungen werden erfolgreich abgeschlossen und wir sind mit dem Ergebnis sehr zu frieden. Alles erstrahlt in einem neuen frischen Wei├č und ist auf Hochglanz poliert. Alles ist geputzt und gewienert und f├╝r den Besuch aus D und unserer anschlie├čenden Abreise vorbereitet. Wir liegen voll im Zeitplan und genie├čen das Erreichte.
Wir haben im Internet einen Makler gefunden, der erst neu in Chiang Mai im Gesch├Ąft und noch entsprechend motiviert ist. Als Amerikaner versteht er auch, was ein Wohnmobil mit H├Ąnger an Platz braucht und er hat Verst├Ąndnis daf├╝r, dass man als Ausl├Ąnder nicht immer ├╝berh├Âhte Preise zahlen will. Gemeinsam werden wir hoffentlich bald das Passende finden.

Sechs Erwachsene und vier Katzen in einem Haus – das ist zu viel! Au├čerdem sind sie mit 10 Wochen nun alt genug ein neues zu Hause zu finden und so ziehen Rambo und Nr. 3 zum Uwe ins Restaurant. Tiger Lily, die dreifarbig Erstgeborene darf dann mit uns und ihrer Mutter Maeh nach Chiang Mai umziehen.
F├╝r den Besuch wird sie noch fein gemacht und l├Ąsst ein ausgiebiges Bad ohne gro├če Proteste ├╝ber sich ergehen. Mutter Maeh beobachtet das alles ganz gelassen, wie immer mit gr├Â├čtem Vertrauen zu uns.

Kinder wie die Zeit vergeht ! Vor genau einem Jahr besuchten uns Vera und Tom hier in Thailand und da wir soviel Spa├č miteinander hatten, gibt es dieses Jahr eine Fortsetzung. Dazu bringen sie noch unsere gemeinsamen Freunde Moni und Gerd aus Leipzig mit und die Wiedersehensfreude ist wirklich gro├č. Wir sind doch alle ganz die “Alten” geblieben und haben noch immer viele Gemeinsamkeiten.
Nun m├╝ssen wir erstmal mit den Neuigkeiten ├╝ber unseren verl├Ąngerten Aufenthalt in Thailand und der damit verschobenen Reise durch China, Mongolei und Russland rausr├╝cken und vieles dazu berichten. Immerhin haben die Vier ihre Koffer voller Proviant f├╝r diese Reisezeit f├╝r uns gestopft und der Gabentisch ist zum Bersten voll. Wir sind von der Menge und Vielfalt der  K├Âstlichkeiten v├Âllig ├╝berw├Ąltigt und etwas sprachlos.
Da gibt es selbst gebackenen Weihnachtsstollen von Moni (der wirklich beste Stollen, den wir je gegessen haben!), Eierlik├Âr, Mon Cherry, Marzipan und Schokolade, Lebkuchen, Schinken und Speck, Dosenbrot, Wurstdosen, Tee, Meeretich, Scheuermilch, Medikamente, Puddingpulver und einen ganzen Laden voller Maggi Produkte.
Wir machen uns Sorgen, wie und wo wir das alles im Wohnmobil verstauen k├Ânnen und sind froh, dass es nur eine kurze Fahrt bis Chiang Mai sein wird und nicht durch China. Aber nicht ein T├╝tchen dieser Delikatessen w├╝rde ich wieder hergeben wollen. Vielen Lieben Dank an euch Vier!

Vera und Tom f├╝hlen sich hier in Khorat wie zu Hause und k├Ânnen Moni und Gerd bereits vieles erkl├Ąren. Aus ihren Erfahrungen vom letzten Jahr, wissen sie diesmal genau, womit sie die nun leeren Koffer wieder f├╝llen werden  und so geht es heute sofort zum “Power-Shoppen” in die Stadt und nat├╝rlich auch in die Mall.
Ich bin immer wieder ├╝ber die Geduld der M├Ąnner erstaunt und ihrem protestlosen Tragen aller Einkaufst├╝ten. Als wir die Mall verlassen, ist es bereits dunkel und Moni verk├╝ndet zu unserer aller ├ťberraschung, “ ...wenn dass so weitergeht, fliege ich morgen nach Hause!”. Vera und ich sind total erschrocken und wir fragen vorsichtig nach, was falsch gelaufen ist. Unter lautem Lachen erfahren wir, dass sie nur meint, dass die Zeit ja viel zu schnell vergeht, wenn wir immer erst im Dunkeln nach Hause kommen. Wir sind erleichtert, lachen alle herzlich ├╝ber diesen Spa├č und geloben Besserung.
In Uwes Restaurant feiern wir dann noch Toms Geburtstag. So lernen sie den typischen Tisch BBQ kennen und Vera und Moni bereiten ihren ersten Papaya Salat zu, welcher sofort gelingt und auch wirklich gut schmeckt.

Heute besuchen wir das nahe gelegene T├Âpferdorf Dan Kwian und das Seidendorf. Da die T├Âpferwaren nat├╝rlich f├╝r Flugreisende als Mitbringsel uninteressant sind, bleibt nur das Bestaunen und das St├Âbern durch die zahlreichen anderen Souvenirst├Ąnde. Die Thai Seide ist relativ dick und gew├Âhnungsbed├╝rftig und entspricht nicht unseren Vorstellungen von einem luftigen Sommerkleid. Wir entdecken bei einem Tankstopp die Kaffeekette Amazon mit ihren Shops und werden zuk├╝nftig alle unsere Kaffeepausen dort verbringen, denn der Kaffee ist wirklich gut und weckt die Lebenskr├Ąfte.
An einem Stand mit gegrillten Insekten sind wir alle richtig mutig und probieren die Kleinsten von ihnen aus, die gegrillten Maden. Was man im typischen “Gruppenzwang” so alles macht, oder ? Wir halten Wort und bringen Moni heute noch vor dem Dunkel werden wieder nach Hause, damit sie noch ein paar Tage l├Ąnger bei uns bleibt :).

Wir wollen unseren Freunden ein bisschen mehr von Thailand zeigen und haben eine kleine Tour durch den Isaan vorbereitet, abseits der typischen Touristenpfade. Dabei kommt uns zu Gute, dass sie einen Sechsitzer gemietet haben und wir so alle gemeinsam in einem Auto bequem reisen k├Ânnen. Tom hat den thail├Ąndischen Fahrstiel bereits perfekt drauf.
Zuerst besuchen wir bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel den Khmer Tempel Komplex Phrasat Khao Phanum Rung, dem einstigen spirituellen Zentrum der ganzen Region. Das Rollende Hotel ist auf seiner Asien Tour auch schon da und viele weitere zahlreiche Besucher, wie M├Ânche und Schulklassen sind heute hier anzutreffen.
Danach besuchen wir ein Heiligtum ganz anderer Art. In Khun Han findet man den Tempel “ Of Millions Bottels ” und alle sind von der Eigenartigkeit dieses Bauwerkes beeindruckt. Selbst die Toiletten sind aus Flaschen und Kronenkorken errichtet und eine derart au├čergew├Âhnliche Sitzung sollte Mann sich nicht entgehen lassen.
Unser heutiges Ziel ist das Krachang Yai Guest House in der N├Ąhe von Khanthralak, welches wir auf unserer Tour Ende Juni`08 bereits gefunden hatten. Bevor es zum Abendessen nach Khantharalak mit einem “Elefanten Hunger” geht, spazieren wir noch gem├╝tlich durch dieses urige thail├Ąndische Dorf, wo die Zeit still zustehen scheint. Der Lebensunterhalt wird oft noch durch Spinnen und Weben von Seide in Handarbeit bestritten,  da werden Wasserb├╝ffel nach Hause getrieben oder f├╝r uns unbekannte Fr├╝chte verarbeitet. Wir sind alle ber├╝hrt  von diesem “anderen” Leben, welches dennoch eine tiefe Zufriedenheit ausstrahlt.

Sechs Mal westliches Fr├╝hst├╝ck, also Toast, Ei, Kaffee etc.  kann eine thail├Ąndische K├╝che ganz sch├Ân ├╝berfordern und so dauert es diesen Morgen ein bisschen l├Ąnger damit. Nachdem diese H├╝rde aber genommen ist, setzen wir unsere Fahrt in Richtung Mekong und der Grenze zu Laos fort.
Wir durchfahren die ├Âstliche Province Ubon Ratchathani, welche f├╝r ihr j├Ąhrliches “Candle  Festival” weit bekannt ist. Und so kann man die eine oder andere Nachbildung der gigantischen Umzugswagen aus Kerzenwachs Schnitzereien auch am Strassenrand vorfinden.
Wir besuchen den Grenzmarkt zur laotischen Grenze, welcher aber wieder einmal mehr touristisch angepriesen wird, als er tats├Ąchlich interessant ist. Immerhin werden die ersten Rambutan Fr├╝chte angeboten, eine gute Gelegenheit unseren Freunden etwas K├Âstliches zum Naschen anzubieten.
Also reisen wir weiter zum H├Âhepunkt unserer kleinen Isaan Tour und unserem ├ťberraschungsgeschenk als kleines Dankesch├Ân an unsere Freunde. Wir haben eine ├ťbernachtung im Tohsang Khongjiam Ressort, direkt am Ufer des Mekongs, gebucht und ganz ehrlich gesagt, erf├╝lle ich mir damit selber auch einen kleinen Wunsch. Das Ressort ist traumhaft sch├Ân gelegen, mit tollen Ausblicken ├╝ber den Mekong und nach Laos und mit seinem luxuri├Âsem Ambiente ist es ein gelungener  Kontrast zum gestrigen Tag.
W├Ąhrend sich die M├Ąnner am Pool von der anstrengenden Reise erholen, st├╝rmen wir M├Ądels das Spa und k├Ânnen uns gar nicht entscheiden, welche Behandlung wir buchen. Aber irgendwie sind wir uns einig, das die Coconut Oil Massage verlockend exotisch klingt.
Wir lassen es uns danach bei MAI THAI und DAI THAI  richtig gut gehen und beenden den Abend mit einem romantischen Dinner unterm Sternenhimmel am Ufer des Mekongs.
 

Wir stehen bereits um 5.00 Uhr auf, um heute den ersten Sonnenaufgang in Thailand zu sehen. Ehrlich gesagt sind wir ganz sch├Ân m├╝de, denn wir sind wohl erst vor wenigen Stunden ins Bett gekommen. Wir fahren in den nahe gelegenen Pha Taem National Park, um den Aufgang von den Kliffs aus zu beobachten. Eine angenehme k├╝hle Morgenbriese weht uns wach, die Sonne kommt jedoch an den Wolken nicht so richtig vorbei. Dennoch ist der Ausblick traumhaft und das langsame Erwachen der Natur l├Ąsst selbst bei uns f├╝r einen Moment ein Gef├╝hl tiefer Meditation aufkommen.
Mit etwas Fr├╝hsport geht es weiter, als wir die vielen Stufen zu den 3000 Jahre alten Felsmalereien erst hinunter und sp├Ąter wieder hinauf steigen m├╝ssen.  Die aufgehende Sonne l├Ąsst die Malereien jedoch jetzt in einem besonders sch├Ânen Farbton erscheinen, viel sch├Âner, als bei unserer ersten Betrachtung im Juli am sp├Ąten Nachmittag.
Nach so viel morgendlicher Aktivit├Ąt fahren wir zur├╝ck ins Ressort und genie├čen ein ausgiebiges Fr├╝hst├╝ck mit allerlei asiatischen Spezialit├Ąten, aber auch frisches dunkles Brot ist am Buffet zu finden.  Wir sind uns einig, hier k├Ânnten wir es noch einige Tage gut aushalten.
Gut gest├Ąrkt treten wir die R├╝ckreise Richtung Khorat an und haben noch eine ├ťberraschung auf dem Tourenplan. Nach Highlights wie Thai Kultur, Tempel und National Parks fehlt nun noch etwas mit Tieren.
In der N├Ąhe von Surin liegt das Elefanten Dorf Ban Ta Klang, dessen Bewohner seit Jahrhunderten traditionell mit der Jagd, Aufzucht und Ausbildung von Elefanten besch├Ąftigt sind. Die Elefanten leben Seite an Seite  mit Ihren Eigent├╝mern und wir k├Ânnen sie in den H├Âfen der H├Ąuser tats├Ąchlich sehen. Ein neu gebautes Trainings- und Studienzentrum soll der Dorfgemeinschaft helfen, durch Shows f├╝r Touristen ein weiteres Einkommen zu erzielen.
Wir sind noch gar nicht richtig angekommen, da sitzt unsere Moni auch schon auf einem Elefantenr├╝ssel und w├Ąhrend der Show geh├Ârt sie nat├╝rlich sofort zu den Freiwilligen die sich auch mal unter einen Dickh├Ąuter darunter legen.  Die Elefanten werden von uns f├╝r ihre Darbietungen mit reichlich Bananen verw├Âhnt und alle haben viel Spa├č.
Unsere Katzen freuen sich am Abend ├╝ber unsere Wiederkehr und wir haben noch ein ausgelassenes Abendessen im Nahe gelegenen Bali Restaurant.

Heute ist erstmal Ausschlafen und  Faulenzen angesagt, schlie├člich haben wir ja alle Urlaub. Selbst die Katzen sind froh, wieder weich und gesch├╝tzt im Haus schlafen zu k├Ânnen. Nachdem wir  gen├╝gend Kr├Ąfte gesammelt haben, beschlie├čen wir noch ein bisschen auf dem Nachtmarkt in Khorat bummeln zu gehen.
Die M├Ąnner brauchen f├╝r die bevorstehende Saison in D kurze Sommerhosen und wir Frauen finden sowieso immer etwas. Tom hatte hier bereits letztes Jahr f├╝r einigen Umsatz gesorgt, kennt schon seine Gr├Â├če und r├Ąumt den St├Ąnder leer. Gerd ist mit der Methode der Gr├Â├čenbestimmung , Halsumfang =  ┬Ż Hosenbund, nicht so ganz zufrieden und bleibt bei der traditionellen Methode der Anprobe. Wir haben alle sehr viel Spa├č mit seiner Skepsis, immerhin haben wir diese Thai-Methode schon letztes Jahr ausprobiert und es klappte wunderbar. Aber um es bereits vorweg zunehmen, Gerd wird die Lacher zum Schluss auf seiner Seite haben, wenn Tom sein halbes Dutzend Hosen wieder umtauschen gehen muss.  Ob nun die Hosen enger oder der Hals dicker (bei all dem ├ärger in D) geworden sind, bleibt sein Geheimnis.

Wir besuchen noch einmal den Khmer Tempel in Phimai bei strahlendem Sonnenschein und viel guter Laune. Diese wird noch gehoben von Eiskrem mit Rum und das Mittags um 12.00h bei mindestens 30 Grad.
Danach fahren wir zum Banyan Tree und beobachten das Treiben der Thais bei ihren Gebeten und Weissagungen. Wir st├Ąrken uns bei k├Âstlichem Thai Food in einem einfachen Foodstall und vernichten eventuelle Bakterien mit dem restlichen Rum und Cola.

15.02.2008

Noch einmal geht zu letzten Eink├Ąufen in die  Mall und bei dieser Gelegenheit zeige ich noch die Massage Abteilungen. Dies h├Ątte ich wohl schon eher machen sollen, denn die beiden M├Ądels sind so begeistert von der einst├╝ndigen Thai Massage und mit mir beinahe b├Âse, dass ich ihnen das bisher vorenthalten habe. Da w├Ąren sie gerne jeden Tag hingegangen. Mir tut das wirklich ein bisschen Leid und es beweist wieder einmal mehr, wie blind man f├╝r Dinge wird, die man tagt├Ąglich vor seinen Augen hat und als ganz selbstverst├Ąndlich wahrnimmt.

Wir zeigen unseren G├Ąsten das Nahe gelegene “Monsterkloster”, von dem wir hier im letzten Jahr bereits einige Male berichtet haben und s├Ąmtliche Statuen d├╝rften nun fotografiert und auf unserer Seite zu sehen sein. Die Meinungen und Gef├╝hle zu derartigen Darstellungen sind auch bei unserem jetzigen Besuch etwas geteilter Meinung, aber immerhin gewinnen sie einen Eindruck, was man in einem buddhistischen Kloster so alles zu sehen bekommen kann.
W├Ąhrend unsere G├Ąste am Nachmittag noch einmal die Mall besuchen und sich von einer Thai-Massage ausgiebig verw├Âhnen lassen, bereite ich meine kleine Visa-Reise nach Vientiane Laos vor.  Da gibt es noch das Eine oder Andere b├╝rokratische vorzubereiten, ein paar Sachen zu waschen und zu packen und auch f├╝r unseren Umzug nach meiner Wiederkehr ist noch genug zu tun.

Wie immer vergeht die Zeit viel zu schnell und der Urlaub von Vera & Tom, sowie Moni & Gerd ist schon wieder vorbei und sie m├╝ssen zur├╝ck nach D. Die Koffer sind wieder gut gef├╝llt und mindestens genauso schwer, wie bei der Anreise, aber es gibt damit beim Checkin keine Probleme.
Nachdem sich mein Flug versp├Ątet, haben wir alle noch ein bisschen Zeit f├╝r einen letzten gemeinsamen Kaffee.

Liebe Freunde, es war wieder eine tolle Zeit mit euch und habt vielen Dank f├╝r Alles. Wir hoffen sehr, wir sehen euch bald wieder und wir k├Ânnen euch auch den sch├Ânen Norden von Thailand zeigen.

Am Nachmittag lande ich in der Hauptstadt von Laos und muss feststellen, dass der Airport von Vientiane kleiner ist und weniger Flugbewegungen hat, als so manche kleine privat betriebene Landebahn in D.
Dabei ist Hochsaison in Vientiane und die kleinen Hotels und Gasth├Ąuser sind fast vollst├Ąndig ausgebucht. Mit viel Gl├╝ck ergattere ich noch ein Zimmer und sehe am sp├Ąten Nachmittag viele  suchende Backpacker ersch├Âpft durch die Strassen ziehen.
Ich mache das Beste aus meinem Kurzurlaub und verw├Âhne mich selber bei einem eiskalten  “Beerlao” und dem Betrachten des Sonnenunterganges am Meekong.

Ich begebe mich am Vormittag in die thail├Ąndische Botschaft, welche seit Januar ein neues Domezil hat. Aber nat├╝rlich wei├č das bereits jeder Tuktuk Fahrer. Die Beantragung des Non-O-Visas erfolgt problemlos, immerhin hat mein zuk├╝nftiger Arbeitgeber mit der Erstellung der notwendigen Papiere bereits ausreichend Erfahrung.
Den Rest des Tages bummle ich durch Vientiane und bin erstaunt ├╝ber die gro├čen Touristengruppen. So suche ich ein wenig abseits der Touristenpfade nach Neuem. Am Abend habe ich seit langem wieder einmal ein gutes indisches Dinner, der Duft und die Gew├╝rze des Hammelfleisch Curries  wecken Reise Erinnerungen.

19. - 25.02.2009

Wie ├╝blich erh├Ąlt man am darauf folgenden Tag nachmittags seinen Reisepass samt Visa in der thail├Ąndischen Botschaft wieder und noch am sp├Ąten Abend fliege ich zur├╝ck nach Bangkok. Kurz nach Mitternacht treffe ich dort ein, ein Taxi bringt mich zum Busbahnhof und nach drei weiteren Stunden bin ich zur├╝ck in Khorat, wo mich Jochen vom Bus abholt. Auch um Drei Uhr in der Fr├╝h sind die Strassen belebt und die Gark├╝chen voller hungriger Thais.
Unsere Tage hier in Khorat sind nun gez├Ąhlt und wir verbringen die restliche Zeit mit den Vorbereitungen des Umzuges und verabschieden uns von Freunden und Nachbarn.

Heute ist es soweit. Nach fast genau 1 Jahr verlassen wir Khorat in Richtung Chiang Mai im Norden Thailands, unserer neuen Wahlheimat auf Zeit. Der Abschied von unserer lieben Nachbarin Chamsai f├Ąllt schwer, aber wir versprechen  in Verbindung zu bleiben und laden sie schon jetzt zu einem Besuch bei uns ein.
Als letztes werden noch die Katzen in ihrem K├Ąfig hinter dem Fahrersitz verstaut. Ob das Beruhigungsmittel ausreichend wirken wird?
Wir haben die schnellste und einfachste Verbindung nach Chiang Mai gew├Ąhlt, also immer entlang der gro├čen Highways. Immerhin bleibt f├╝r Sightseeing  noch gen├╝gend Zeit hier in Thailand und wir wollen die Katzen nicht unn├Âtigem Stress aussetzen.
Das Beruhigungsmittel erweist sich als zu niedrig dosiert und verursacht dadurch einen Wach- / Schlafzustand, der die Angstzust├Ąnde bei unserer M├Ąh nur noch vergr├Â├čert. Sie tobt in dem K├Ąfig, versucht alles Erreichbare zu fassen, zerfetzt den ├ťberwurf und verletzt sich dabei auch ein wenig an ihren Krallen. Zu allem ├ťberfluss jammert sie herzzerrei├čend. Erst die Gabe einer weiteren Dosis des Mittels wird einen gewissen Erfolg haben und uns ein paar Stunden Ruhe w├Ąhrend der Fahrt bescheren. Unser Katzenkind hingegen nimmt das alles ganz gelassen und bereitet ├╝berhaupt keine Probleme.
Gegen 17.00 Uhr finden wir einen sch├Ânen Rastplatz direkt am Highway als ideale ├ťbernachtungsm├Âglichkeit. Die entsprechenden Hinweisschilder sind uns schon eine ganze Weile aufgefallen und wir sind von dem Angebot des Platzes wirklich positiv ├╝berrascht. Inmitten einer gepflegten Gr├╝nanlage gibt es saubere Toiletten- und Waschgelegenheiten, Tische und B├Ąnke und sogar Trinkwasserspender. Diese kostenlosen Rastpl├Ątze sind speziell f├╝r Langstreckenreisende gedacht und wir sind hier genau richtig. Um 18.00h wird das Tor geschlossen, nun sind wir auch noch ungest├Ârt und sicher untergebracht. Die Katzen bekommen so auch noch etwas Auslauf, allerdings f├╝hlt sich Tiger Lilly vom freundlichen, schwanzwedelnden  Platzhund etwas bedr├Ąngt und fl├╝chtet auf den n├Ąchsten, h├Âchsten Baum. Die freundlichen Mitbewohner des Platzes( hier sind auch einige Strassenbauarbeiter untergebracht) kommen sofort zur Hilfe und sind genauso schnell auf dem Baum, um unser Katzenkind zu retten. Wir vier verbringen unsere erste gemeinsame Nacht im Wohnmobil und unsere Katzen schlafen genauso hundem├╝de zu unseren F├╝ssen ein, wie wir eine Etage h├Âher.

Relativ gut ausgeruht starten wir zur letzten Etappe. Wir verzichten heute auf das Beruhigungsmittel f├╝r die Katzen und f├╝hlen uns alle damit wohler. Nat├╝rlich jammert unser kleiner schwarzer Angsthase immer noch, aber wenigstens reagiert sie auf unsere beruhigenden Worte und schl├Ąft dann vor Ersch├Âpfung von alleine ein.
Unsere H├Ąngerreifen werden das Ziel Chiang Mai nicht mehr erreichen und m├╝ssen doch noch gewechselt werden. Da wir den Gummi sowieso schon seit ├╝ber einem Jahr vorr├Ątig haben und er vom Liegen auch nicht besser wird, k├Ânnen wir ihn auch in einer kleinen Werkstatt am Highway draufziehen lassen. F├╝r ein Trinkgeld von 100,00 Baht ist dies schnell erledigt und so k├Ânnen wir wieder alle Augen nach vorne richten.
Die Spannung w├Ąchst, als wir uns unserem Ziel p├╝nktlich am Nachmittag n├Ąhern. Was wird uns erwarten? Jochen hat die Koordinaten des Hauses ins GPS eingegeben und f├Ąhrt so selbstverst├Ąndlich dort vor, als kenne er den Weg schon auswendig. Die letzten Kilometer frage ich dann immer nerv├Âser: “Wann sind wir da?”
Schon winkt uns unsere neue Nachbarschaft und gleichzeitige Immobilienmaklerin entgegen und auch der thail├Ąndische Hauseigent├╝mer ist gleich zur Stelle. Alle freuen sich, dass wir eingetroffen sind und offensichtlich Wort halten. Man beginne dann auch gleich morgen mit dem Auszug und wir bekommen schon mal einen Einblick in das Haus samt Lebensart einer thail├Ąndischen Familie. So hatten wir uns das nat├╝rlich nicht vorgestellt. Sind wir doch extra einige Tage sp├Ąter angereist, um dem Eigent├╝mer ausreichend Zeit f├╝r seinen Umzug zu geben. Das Haus und der Garten entsprechen in seiner Gr├Â├če wenigstens unseren Vorstellungen und auch das das kleine Dorf, macht einen angenehmen friedlichen Eindruck. Also die Grundbedingungen stimmen, f├╝r den Rest brauchen wir noch etwas Ausdauer, Geld und vor allem viel Spucke.........denn da wartet einiges an Arbeit auf uns.
Heute passiert nicht mehr viel und so besuchen wir noch den kleinen Markt gleich um die Ecke, der immer Freitags hier stattfindet. Wir verschaffen uns einen kleinen ├ťberblick ├╝ber das Angebot und stellen uns  bei einem Bier unseren neuen Dorfbewohnern vor. Alle l├Ącheln freundlich und sind genauso neugierig wie wir.

Wir ruhen uns aus und beobachten den Hauseigent├╝mer bei seinem Auszug. Bevor der aber so richtig los legt, wird erst noch mal W├Ąsche gewaschen. Wir nehmen das etwas verwundert zur Kenntnis.  Da Thaifamilien aber nicht so ├╝ppig eingerichtet sind wie wir Europ├Ąer,  ist der Umzug des Hausrates auch problemlos bis zum sp├Ąten Nachmittag geschafft. Wir unterschreiben den Mietvertrag in einer gleich lautenden  Thai / Englisch Version und erhalten den Hausschl├╝ssel.
Nun muss nur noch der Garten morgen ber├Ąumt werden und da wartet sehr viel mehr Arbeit auf den Eigent├╝mer.
Um dem Tag noch etwas Gutes abzuringen, zeigt uns am sp├Ąten Nachmittag unser neuer amerikanischer Nachbar Don ein wenig  die Gegend und gibt uns einen kurzen systematischen ├ťberblick von Chiang Mai. Wir stoppen noch bei Makro ( = Metro in D) und t├Ątigen unsere ersten Investitionen. Eine Klob├╝rste und ein  strahlend blauer K├╝hlschrank samt einer Kiste Bier. Genug f├╝r den Anfang.

01.03.2009

W├Ąhrend der Hauseigent├╝mer, offensichtlich ein leidenschaftlicher Hobby G├Ąrtner, nun die Au├čenanlagen ber├Ąumt und teilweise sogar Umpflanzungen vornehmen muss, beginnen wir mit Gro├čreinemachen. Besonders beliebt sind bei uns die vielen kleinen bunten Abziehbilder, welche die Tochter des Eigent├╝mers gro├čz├╝gig im ganzen Haus, an allen m├Âglichen und unm├Âglichen Stellen, verteilen und ankleben durfte. Die Fliegengitter haben am Abend ihre Farbe von Grau in Wei├č gewechselt und wir behalten so den Durchblick. Nachdem das provisorische “Gew├Ąchshaus” mit all seinen Planen etc. auch verschwunden ist, haben wir auch einen ersten Blick auf das Haus.

Bereits fr├╝h um 8.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Baumaterialienh├Ąndler. Wir wollen die zuk├╝nftige Stellfl├Ąche f├╝r den H├Ąnger und die Wohnkabine entsprechend pr├Ąparieren und ordern daf├╝r eine Fuhre groben Splitt. Der  Holzh├Ąndler  wird uns gleich noch die n├Âtigen Schalungsbretter liefern und im Hardware Store decken wir uns mit Ger├Ątschaften,  wie Leiter, Besen oder Gartenschlauch ein.  Nach diesem Power Shopping am Vormittag, beginnt f├╝r mich mein erster Arbeitstag beim Sekretariatsdienst und Jochen beginnt die Stellfl├Ąche vorzubereiten.

Die Splittlieferung  kommt mit zwei st├╝ndiger Versp├Ątung und w├Ąre beinahe eine Katastrophe geworden. Z├╝gig f├Ąhrt der Truck zum Abladepunkt und wir k├Ânnen ihn gerade noch stoppen, denn da ist kein Splitt sondern Sand drauf. Eine Stunde sp├Ąter bekommen wir das Gew├╝nschte dann geliefert und die Knochenarbeit kann f├╝r Jochen beginnen. Ich verdr├╝cke mich ins klimatisierte B├╝ro.

04. - 07.03.2009

Auch der Rest der Woche vergeht mit ausreichend Arbeit am und im neuen Haus. H├Ąnger und Wohnkabine sind erst mal ordentlich abgestellt. Wir haben beschlossen die Zimmer komplett neu zu streichen, um uns nicht t├Ąglich mit den k├╝nstlerischen Versuchen der Tochter des Eigent├╝mers an den W├Ąnden auseinander setzen zu m├╝ssen. Auch gef├Ąllt uns das Taubengrau der W├Ąnde nicht, ein sch├Ânes frisches Wei├č soll es sein. Ein paar M├Âbel werden eingekauft und so langsam ziehen wir tats├Ąchlich richtig ein.

Am siebten Tag soll die Arbeit ruhen. So halten wir es heute und besichtigen ein wenig unsere neue Umgebung. Zuerst besuchen wir einen nahe gelegenen Tempel auf einem Berg. Die Anlage ist sehr sch├Ân, mit vielen Spiegelmosaiken und tollem Ausblick. Heute nimmt offensichtlich ein ├Ąlterer M├Ânch eine Heilung an einem Besucher des Wats vor.. Dazu wird Kerzenwachs und Gold im Gesicht und auf der Stirn des “Opfers” geschmiert und dann, wird er zu unserem Entsetzten geschlagen. Einen weiteren Schlag vernehmen wir noch w├Ąhrend unseres Besuches der Tempelanlage laut und deutlich. Offensichtlich wird hier das B├Âse regelrecht heraus gepr├╝gelt. Der Sache m├╝ssen wir noch genauer auf den Grund gehen.
├ťber kleine Strassen und Pisten fahren wir durch den Dschungel und entdecken viele kleine Seen und einen Gro├čen Stausee in Doi Saket. Ohne GPS w├Ąren wir vielleicht schon lange verloren gegangen, aber so wird es ein vergn├╝gter Tag und wir freuen uns schon jetzt darauf, noch mehr hier zu entdecken.

09.03.- 26.03.2009

W├Ąhrend Cordula jeden Tag virtuell per Satellit und Glasfaserkabel in diverse, ebenso virtuelle Vorzimmer reist, um ihren Dienst als Chefsekret├Ąrin zu leisten, malern wir unser neues Heim, Allerdings schlafen meine beiden Helfer des ├Âfteren ├╝ber ihrer Arbeit ein - na ja, die W├Ąnde sind ja auch sooooo gro├č und die Pfoten sooooo klein.....
Die thail├Ąndische Wasserwaage, welche samt Bedienungsanleitung zur neuen Waschmaschine geliefert wird, ist wirklich sehenswert und sorgt auch f├╝r Heiterkeit, zumal das als Lot verwendete Gewicht eine Unterlegscheibe ist, welche durchaus weitere Verwendung finden kann.

27. - 28.03.2009

Heute muss Jochen sein neues Visa beantragen. Bei der Immigrationsbeh├Ârde erwartet uns dann jedoch eine b├Âse ├ťberraschung.
Es ist richtig, dass ein Tourist Visa in ein Non-O-Visa umgeschrieben werden kann, ohne dass man dazu ausreisen m├╝sste,  um dann nach weiteren zwei Monaten das Rentnervisa zu erhalten. Allerdings ist dies nur m├Âglich bis 21 Tage vor Ablauf des vorhandenen Visa. Diese Information  hatten wir jedoch nicht und ist auch nirgendwo im Netz zu finden. Nat├╝rlich nutzen wir die Visazeiten immer bis zum letzten Tag aus, die Geb├╝hren daf├╝r sind ja auch immer entsprechend teuer und ├╝ber die Jahre kommen da stattliche Betr├Ąge zusammen.
Mit verzweifelten Mienen versuchen wir den Officer umzustimmen, aber Bestimmung ist nun mal Bestimmung. Immerhin erreichen wir, dass sich sein Vorgesetzter unserer Sache annimmt und eine L├Âsung parat hat. Wir m├╝ssen am Sonntag zur Burmesischen Grenze fahren, kurz ausreisen um das kostenlose  14 Tage Tourist Visa zu erhalten und dann Montag Morgen sofort bei Immigration weitere 7 Tage, selbstverst├Ąndlich gegen Geb├╝hr, verl├Ąngern lassen. Somit wird der Bestimmung gen├╝ge getan und wir haben eh keine andere Wahl.
Den restlichen Vormittag verbringen wir bei unserer thail├Ąndischen Bank. F├╝r das Rentnervisa m├╝ssen Geldmittel vorgewiesen, Umbuchungen vorgenommen und entsprechende Briefe geschrieben werden. Dies verlangt von allen Beteiligten viel Geduld und nach zwei einhalb Stunden haben wir das gute Gef├╝hl, wieder einmal einen Bankfachangestellten ausgebildet zu haben.

Um 7.00h in der Fr├╝h brechen wir zur burmesischen Grenze im Norden Thailands auf. Es sind zwar nur runde 250 km f├╝r eine Strecke, aber diese zieht sich durch Berge u. T├Ąler und es muss viel gekurbelt werden. W├Ąhrend der Fahrt wird uns bewusst, dass wir vor fast genau 5 Jahren ├╝ber diesen Grenz├╝bergang in Mae Sai nach unserer abenteuerlichen Fahrt durch Burma zum ersten Mal in Thailand eingereist sind. Erinnerungen werden wach. Gegen Mittag erreichen wir die kleine Grenzstadt in der heute ein reges Markttreiben herrscht. W├Ąhrend Jochen nun eine halbe Stunde nach Burma ausreist ( auf der burmesischen Seite wird der Reisepass jetzt gegen 10 US$ einbehalten, und es wird ein 14 tage g├╝ltiges Permit ausgestellt ), bummle ich ein wenig zwischen den Menschenmassen umher. Sofort fallen mir wieder die burmesischen Frauen mit ihrer Tanaka Paste im Gesicht auf und Jochen sieht auf der burmesischen Seite ├╝berall die braune Betel Spucke.
F├╝r den R├╝ckweg nehmen wir uns nun ein wenig mehr Zeit und w├Ąhlen eine andere Strecke. In meinem Reisef├╝hrer wird der Ort Mae Salong erw├Ąhnt und die entsprechenden Hinweisschilder dazu sind auch am Wegesrand zu finden. Vorher halten wir aber noch und kaufen Erdbeer- und Maulbeerwein ein, wir testen auch Litschi und andere diverse Obstsorten.
Dann schrauben wir uns in die Bergwelt des n├Ârdlichen Thailands und werden mit tollen Ausblicken und einer urigen Welt samt ihrer Bewohner verw├Âhnt. Die Steigungen der Strasse sind teilweise schwindelerregend und wir f├╝hlen uns sehr an Burma zur├╝ck erinnert. Auf 1.100 Metern erreichen wir dann den Ort Mae Salong, der ├╝berwiegend von Chinesen und dem Bergvolk der Akkas bewohnt wird. Diese Bergv├Âlker mit ihren traditionellen bunten Trachten, ihrer Kultur und ihrem Handwerk interessieren uns ganz besonders.
Rings um den Ort wird Tee angebaut und so wundert es nicht, dass man sogar auf der Speisekarte einen Salat aus Teebl├Ąttern findet. Nach einem k├Âstlich, nat├╝rlich scharfen, Mittagessen kaufen wir noch etwas Tee ein und schrauben uns dann die Berge heimw├Ąrts wieder runter. Es geht noch einige Stunden weiter durch sch├Âne Landschaften und wir erreichen unser zu Hause noch vor dem Dunkelwerden.

30.03.2009

P├╝nktlich um 9.00 Uhr erscheinen wir wieder bei der Immigrationsbeh├Ârde in Chiang Mai und nun nimmt alles seinen bereits beschriebenen Lauf. Es m├╝ssen noch jede Menge Kopien und Formulare ausgef├╝llt werden, aber eigentlich ist alles nur noch eine Frage der zu zahlenden Geb├╝hren. Als wir eine Stunde sp├Ąter das gew├╝nschte Visa in den H├Ąnden halten, gehen wir nicht, ohne uns genau nach den weiteren Bedingungen zu erkundigen, denn es gibt wieder Fristen einzuhalten. Diesmal m├╝ssen wir bereits 1 Monat vor Ablauf des Non-O Visas erscheinen und nat├╝rlich ist wieder einiges an Papieren vorzulegen.

31. 03. - 08.04.2009

So langsam werden wir in unserem neuen Haus heimisch und finden auch zu einer gewissen Routine. Immer noch gibt es viel im Haus und im Garten zu tun. Wir gehen die Sache  nun aber etwas gem├╝tlicher an, schlie├člich werden ja noch ein “paar Tage” hier bleiben.